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Nachgeprüft: Ryzen-3000-Systeme mit X570-Mainboards werden sparsamer

BIOS-Updates und eine Windows-Einstellung zähmen mit wenig Aufwand den Chipsatz-Hitzkopf X570 und auch TRX40 für Ryzen Threadripper 3000.

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(Bild: Mark Mantel / heise online)

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AMDs Chipsätze X570 und TRX40 gelten wegen ihrer hohen Leistungsaufnahme als Hitzköpfe, weshalb die meisten entsprechenden Mainboards eine aktive Kühlung mit einem kleinen Lüfter aufweisen. AMD arbeitet offenbar an dem Problem, denn BIOS-Versionen mit der AMD Generic Encapsulated Software Architecture (AGESA) 1.0.0.4B verringern den Energiebedarf vom X570 und TRX40 erheblich – gegebenenfalls zusammen mit einer Einstellung im Energiesparplan von Windows 10.

Die hohe Leistungsaufnahme hängt mit den vielen PCI-Express-4.0-Lanes zusammen: Der TRX40 weist derer 24 auf, beim X570 sind es 20. Infolge spezifiziert AMD die beiden Chipsätze mit einer hohen Thermal Design Power (TDP) von 15 Watt beim TRX40 und 11 Watt beim X570. Der vom Chipdesigner ASMedia gefertigte X470 begnügt sich dagegen mit einer TDP von gerade einmal 5 Watt.

Normalerweise wäre das kein großes Problem, weil Chipsätze selten voll belastet werden. Das sogenannte PCIe Link Management legt die Interfaces ungenutzter Verbindungen schlafen und reduziert so die Leistungsaufnahme. Der Haken: beim TRX40 und X570 funktionierte das PCIe Link Management bisher offenbar nicht optimal. Das Resultat macht sich vor allem bei einer hohen Leistungsaufnahme im Leerlauf bei geringer Rechenlast bemerkbar.

Aktuelle Testergebnisse zeigen, dass die neuesten Updates das PCIe Link Management bei den High-End-Mainboards für AMDs Ryzen (Threadripper) 3000 verbessern.

Wir haben die Leistungsaufnahme verschiedener Systeme mit Ryzen-3000-Prozessoren vor und nach einem BIOS-Update mit AGESA 1.0.0.4B nachgemessen. Beim PC mit Ryzen 7 3700X, Asus Pro WS X570-ACE, GeForce GTX 1050 und einer angeschlossenen SATA-6G-SSD sank die Leistungsaufnahme mit dem aktualisierten BIOS von 60 auf 53 Watt. Absolut gesehen ist das nicht viel, relativ aber immerhin eine Ersparnis von gut 10 Prozent.

Beim Gigabyte X570 Aorus Elite mussten wir erst die Einstellungen des Energiesparplans unter Systemsteuerung\Hardware und Sound\Energieoptionen ändern. Dort auf "Energiesparplaneinstellungen ändern" und anschließend auf "Erweiterte Energieeinstellungen ändern" klicken. Unter dem Feld "PCI Express" und dann "Verbindungszustand-Energieverwaltung" aktiviert die Option "Maximale Energieeinsparungen" das PCIe Link Management beim Gigabyte X570 Aorus Elite.

Bei manchen Mainboards ist zusätzlich zum BIOS-Update eine Änderung in den Windows-Einstellungen notwendig, um das PCIe Link Management zu aktivieren.

(Bild: Screenshot: Christian Hirsch / c't)

Die Idle-Leistungsaufnahme sank nach der Einstellung und mit der AGESA 1.0.0.4B prompt von 42 auf 34 Watt. Damit schafft es das X570-Mainboard fast auf das Niveau einer vorausgegangenen X470- beziehungsweise B450-Platine – bei den 400er-Modellen bringt die Neuerung übrigens nichts. Bei einem MSI Creator TRX40 mit Ryzen Threadripper 3970X und aktuellem BIOS bewirkte die Windows-Einstellung immerhin ein Ersparnis von 10 Prozent auf 51 Watt.

Mainboard Leistungsaufnahme Gesamtsystem [Watt]
AGESA 1.0.0.3A AGESA 1.0.0.3A + Windows-Änderung AGESA 1.0.0.4B AGESA 1.0.0.4B + Windows-Änderung
Asus Pro WS X570-ACE 60 60 53 53
Gigabyte X570 Aorus Elite 42 42 42 34
MSI B450M Mortar Max 32 32 32 32

Die Ersparnis von 5 Watt und mehr reicht bereits, um die Abwärme der Chipsätze deutlich zu senken. Bei den gängigen semi-aktiven Lüftungsmodi aktueller X570- und TRX40-Mainboards können sich die Mini-Lüfter somit häufiger abschalten.

Nur die wenigsten Nutzer dürften sämtliche Anschlüsse ihrer X570- beziehungsweise TRX40-Mainboards gleichzeitig einsetzen, sodass viele von dem Update profitieren sollten. Die niedrigere Leistungsaufnahme kommt ohne Nachteile – die Prozessoren werden nicht eingebremst – und ist daher mehr als gerne gesehen. (mma)