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Nachhaltigkeit: Muscheln statt Zuchtlachs

Fischfarmen sind für das Meer eine Belastung. In Spanien sollen Weichtiere für mehr Ökofreundlichkeit sorgen.

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Nachhaltigkeit: Muscheln statt Zuchtlachs

(Bild: Patagonia)

Wenn man an Farmen im Meer denkt, denkt man meist an Fisch – Zuchtlachs zum Beispiel, der seit Jahren in großen Mengen in unsere Supermärkte gelangt. Umweltaktivisten bemängeln aber die eher schlechte Nachhaltigkeit der Lachszucht. Die in großen Netzen gehaltenen Lachse fressen Fischmehl, benötigen Antibiotika und müssen mit Wasserstoffperoxid abgespült werden, um die Lachslaus zu bekämpfen.

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Vielleicht wäre es daher sinnvoller, andere Lebewesen im Meer zu züchten. Der US-Bekleidungsartikelhersteller Patagonia will mit einer Tochterfirma nun groß ins Geschäft mit Ökomuscheln einsteigen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Ökofarm unter dem Meeresspiegel"). Die Weichtiere haben diverse Vorteile gegenüber Zuchtfischen. Einmal an Zuchtseilen festgemacht, die an Holzflößen hängen, wachsen die Muscheln ohne menschlichen Einfluss, es braucht weder Futter noch Medizin.

Die Weichtiere sind sogar regenerativ für das Meer, da sie aus dem Meereswasser etwa Stickstoff und andere eigentlich unerwünschte Stoffe filtrieren – daraus gewinnen sie die notwendigen Nährstoffe und das Plankton für ihr Wachstum. Zudem bilden die Farmen kleine Wälder in den höheren Meereszonen, in denen Fischpopulationen Lebensraum finden.

Ein erstes Projekt hat Patagonia in Zusammenarbeit mit spanischen Fischern gestartet, wo die ersten bio-zertifizierten Muscheln Europas gezüchtet werden. Als Nahrungsmittel sind die Muscheln für den Menschen gut geeignet. Sie enthalten qualitativ hochwertige Proteine, Vitamin B-12 (mindestens 100 Prozent der Tagesdosis) und die heutzutage allseits beliebten Omega-3-Fettsäuren. Denkbar sind auch ganze nachhaltige Farmkomplexe, in denen auch Seegras wächst oder andere Schalentiere gedeihen.

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