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Nachsichtigkeit bei GPL-Verstößen: Initiative zur Lizenzkonformität nimmt Fahrt auf

Wer gegen die GPLv2 oder LGPL verstößt, verliert alle Rechte, die betroffene Software zu verwenden, auch wenn er den Verstoß beseitigt. Eine Initiative rund um Google, Red Hat, IBM und Facebook will das nun ändern.

Nachsichtigkeit bei GPL-Verstößen: Initiative zur Lizenzkonformität nimmt Fahrt auf

Das Gnu ist das Wappentier der Copyleft-Bewegung rund um Richards Stallman.

(Bild: Pixabay)

Eine von Google, IBM, Facebook und Red Hat im November gegründete Initiative zur Nachsichtigkeit bei GPL-Lizenzverstößen hat sechs neue Mitglieder bekommen. Wie Red Hat mitteilt, sind nun auch Microsoft, SAP, Cisco, HPE, CA Technologies und SUSE mit an Bord. Bei der Initiative geht es darum, Lizenzbedingungen der GPLv3 auf frühere GPL-Ausgaben und die LGPL auszuweiten.

Verstößt ein Software-Entwickler gegen eine der Lizenzen, kann er so durch Fehlerkorrekturen einfacher wieder in den Genuss der lizenzierten Software kommen. Bei der GPLv3 ist das explizit vorgesehen, ohne die Vereinbarung der Initiative zur Open-Source-Lizenzkonformität würden Lizenznehmer unter GPLv2 und LGPL bei einem Verstoß dauerhaft alle Lizenzrechte verlieren und dürften die Software nicht mehr einsetzen.

Die GPLv2 und LGPL gehören zu den meistgenutzten Open-Source-Lizenzen. Viele Entwickler sind explizit nicht auf die GPLv3 umgestiegen, weil ihnen die eine oder andere Klausel der neueren Lizenz nicht behagt.

Die Klausel, dass Lizenznehmer den Gebrauch der lizenzierten Software automatisch wieder aufnehmen können, wenn sie ihre Lizenzverletzung beigelegt haben, ist aber einer der Teile der GPLv3, der für alle Seiten von Nutzen ist. In der Regel will der Software-Entwickler ja nur, dass der Lizenznehmer den Lizenzverstoß beseitigt. Dass er explizit einwilligen muss, damit der Lizenznehmer danach die Software weiter nutzen kann, ist für viele Open-Source-Projekte eher lästige Arbeit als ein Vorteil. Schließlich passieren viele Lizenzverstöße aus Versehen und die meisten Open-Source-Entwickler sind kein Freund von Abmahn-Anwälten.

Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, Individuen oder Firmen, die gegen die GPL oder die LGPL verstoßen, die relevanten Rechte aus dem Text der GPLv3 zuzusichern, bevor sie rechtliche Schritte einleiten. Man will den Lizenznehmern so die Chance geben, ihren Fehler im Sinne der GPLv3 wieder gutzumachen und ihnen das Leben nicht unnötig schwer machen.

Der Lizenzgeber kann die Lizenz trotzdem innerhalb von 60 Tagen nach dem Beheben des Lizenzproblems manuell widerrufen. Die teilnehmenden Firmen erklären dieses Vorgehen als rechtlich bindend.

(fab)

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