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Nacktbilder: Promi-Anwälte drohen Google mit Millionenklage

The Fappening wird zum Problem für Google: Der Internetriese ist ins Visier einer Anwaltskanzlei geraten, die einige Promis vertritt, deren intime Bilder derzeit im Netz kursieren.

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Eine US-Anwaltskanzlei fordert Google dazu auf, die Verbreitung der von Hackern veröffentlichten Nacktbilder verschiedener prominenter Frauen zu unterbinden. Die Anwälte vertreten eigenen Angaben zufolge "über ein Dutzend" der betroffenen Frauen und drohen Google mit einer Schadensersatzklage, sollte der Konzern sein "abscheuliches und verwerfliches Treiben" nicht unterlassen. Auch eine Hausnummer legen die Anwälte auf den Tisch: Der Schadensersatz könnte gut und gerne "über 100 Millionen Dollar" betragen.

Schauspielerin Jennifer Lawrence gehört zu den Opfern unbekannter Hacker, die Nacktbilder von zahlreichen Prominenten in Umlauf bringen.

(Bild: dpa)

In einem unter anderem an die Gründer Larry Page und Sergej Brin sowie Chairman Eric Schmidt gerichteten Schreiben, das der Hollywood Reporter veröffentlicht hat, beklagen die Anwälte der US-Kanzlei Lavely & Singer, dass Google nicht angemessen auf ihre Hinweise bezüglich der illegalen Bilder reagiert habe. Die intimen Fotos der Frauen seien auch auf Google-Websites wie Blogspot oder YouTube verbreitet worden. Sie müssten dort sofort gelöscht und die entsprechenden Nutzerkonten gesperrt werden.

Die Verantwortlichen bei Google hätten auf Hinweise aber nicht angemessen reagiert, dabei verlange das US-Urheberrecht eine schnelle Reaktion. Die Rechtsabteilung von YouTube habe sich trotzdem geweigert, die Beschwerden in einem für solche Fälle eingerichteten Schnellverfahren zu prüfen. Zahlreiche Provider und Hoster, zum Teil mit deutlich weniger Personal und Ressourcen als Google, hätten die Bilder binnen Stundenfrist entfernt.

Google hingegen lasse die Verbreitung der Bilder in seinem Einflussbereich weiter zu. "Während verantwortungsbewusste Provider wie Twitter die Bilder sofort entfernen und die entsprechenden Nutzerkonten sperren, setzt Google das verabscheuungswürdige Gebaren dieser zwanghaft perversen Täter fort", schreiben die Anwälte. Damit verstoße das Unternehmen auch gegen seinen eigenen "Code of Conduct". Das berühmte Google-Motto "Don't be evil" sei ein "Schwindel", folgern die Anwälte.

Es geht um zahlreiche private Fotos von bekannten Schauspielerinnen, Models oder Sportlerinnen, die seit Anfang des Monats unter dem Motto "The Fappening" weite Kreise durchs Netz ziehen. Betroffen sind unter anderem Hollywood-Star Jennifer Lawrence ("Hunger Games"), Model Kate Upton und US-Fußballspielerin Hope Solo. Unbekannte haben sich Zugang zu den in der iCloud gespiegelten Fotos der prominenten iPhone-Besitzerinnen verschafft. Dabei haben sich die Täter offenbar eine Schwäche in Apples "Find My iPhone"-Funktion zunutze gemacht, um die Passwörter der Opfer zu erlangen. (vbr)