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Nächste Mobilfunkgeneration: EU und China knüpfen 5G-Partnerschaft

Die EU und China haben vereinbart, gemeinsam das kommende Mobilfunknetz der 5. Generation zuentwickeln. Sie geloben, den Marktzugang offen zu halten und die gegenseitige Forschung zu stützen.

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(Bild: 5g-ppp.eu)

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Günther Oettinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, und Miao Wei, chinesischer Minister für Industrie und Informationstechnik, haben am Montag in Peking einen Vertrag über die gemeinsame Arbeit an Normen und Netzen für den künftigen 5G-Mobilfunk unterzeichnet. Beide Seiten verpflichten sich darin, gegenseitig den Marktzugang beim mobilen Internet offen zu halten sowie die Forschung und Entwicklung gemeinsam voranzutreiben.

Konkret wollen sich beide Seiten bis Ende des Jahres über das Grundkonzept, die grundlegenden Funktionen, die Schlüsseltechniken und den Zeitplan für 5G verständigen. Auch soll ausgelotet werden, gemeinsam zu forschen und die bilaterale Beteiligung von Unternehmen an 5G-Projekten in China und in der EU zu erleichtern. Laufende Normungsarbeiten in Organisationen wie dem 3G-Partnerschaftsprojekt (3GPP) und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) wollen die beiden Mächte unterstützen und dabei auf "globale" Standards hinwirken.

Ähnliche Abkommen hat die EU-Kommission in den vergangenen Monaten bereits mit Südkorea und Japan abgeschlossen. Der neuen Übereinkunft misst die Kommission besonders große Bedeutung zu, "da China zu einem wichtigen Akteur bei der Entwicklung der 5G-Netze werden dürfte und potenziell auch den weltweit größten Markt für 5G-Technologien, ‑Produkte und ‑Dienste darstellt". Das Land werde ferner eine zentrale Rolle spielen, um eine weltweite Norm für 5G festzulegen.

Der geplante Mobilfunkstandard wird voraussichtlich von 2020 an im Markt verfügbar sein. Er soll deutlich schneller sein als LTE (4G) und der Kommission zufolge "das Rückgrat" bilden für die Vernetzung etwa auch von Fahrzeugen und intelligenten Häusern. Oettinger freute sich, dass sich die EU mit der neuen Partnerschaft "im weltweiten Wettlauf um die Verwirklichung von 5G bis 2020 jetzt mit den wichtigsten Partnern in Asien zusammengetan" habe. Dies sei "ein entscheidender Schritt, damit 5G ein Erfolg wird". (anw)