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Nahrung aus dem 3D-Printer im All

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3D-Drucker sind nicht nur zur Herstellung von Unverdaulichem da: Wenn ein Forschungsprojekt der NASA aufgeht, spucken die Geräte bald auch Nahrung für Astronauten aus. Dazu hat die US-Weltraumbehörde einen 125.000 Dollar teuren Entwicklungsauftrag erteilt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Verantwortlich für das Projekt ist Anjan Contractor, ein Forscher bei der Systems & Materials Research Corporation (SMRC).

Geplant ist, dass das System auf dem Open-Source-3D-Printer RepRap aufbaut. Es soll, so hofft die NASA, Astronauten auf langen Flügen Speisen zubereiten – etwa wenn es endlich zum Mars geht. Austauschbare Kartuschen enthalten verschiedene Nahrungspulver, die direkt am Druckkopf mit Öl oder Wasser vermischt werden. Teig für eine Pizza beispielsweise lässt sich direkt während des Druckvorgangs backen, indem der Druckkopf erhitzt wird. Das System ist komplett computergesteuert. Weitere technische Einzelheiten will SMRC nicht verraten, bis der nächste Meilenstein erreicht ist. Die bisherige Medienaufmerksamkeit sei "mehr als ausreichend", um die "Ziele zu befördern", so das Unternehmen.

Wenn es nach Contractor geht, bleibt es aber nicht beim NASA-"Replikator". Er will ein Gerät bauen, das der Nahrungsverschwendung auf der Erde vorbeugt, verriet er schon im Mai dem Online-Magazin Quartz. Das soll jeweils nur genau die gewünschten Essensmengen herstellen und die Nahrungsaufnahme personalisieren: Jedem einzelnen Benutzer setzt das Gerät eine angepasste Diät vor.

Die Idee eines Essensdruckers ist nicht neu, auch wenn sie es bislang noch nicht aus den Bastelkellern und Labors in den Mainstream geschafft hat. MIT-Forscher arbeiteten an dem Konzept bereits 2010. Ihre Idee nannte sich "Cornucopia" (zu Deutsch: Füllhorn). Das von den Forschern Marcelo Coelho und Amit Zoran erdachte Gerät sollte sich aus insgesamt 12 austauschbaren Containern speisen, die vorher mit den wichtigsten Zutaten befüllt wurden, die sich der Nutzer auswählen darf.

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(bsc)