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Technology Review

Nanoexperte fordert mehr Aufklärung

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In der NanoKommission beim Bundesministerium für Umwelt, Natur und Reaktorschutz versammeln sich Wirtschaft, Umweltverbände und Verbraucherschützer, um über die möglichen Chancen und Risiken von Nanomaterialien zu sprechen und alle beteiligten Stellen zu beraten. Wolf-Michael Catenhusen, als Staatssekretär a. D. mehr als vier Jahre Mitglied und Leiter der Gruppe, äußerte sich nun im Gespräch mit Technology Review zur aktuellen Nanotechnik-Situation in Deutschland.

Besonders das Problem eines fehlenden Produktregisters macht dem Experten demnach Sorgen, worüber seit Jahren gestritten wird. "Es ist wichtig, dass Deutschland als das größte EU-Land endlich überhaupt Stellung zu einem Nanoproduktregister bezogen hat, das in der EU schon länger diskutiert wird. Damit ist natürlich noch nicht die schwierige Frage beantwortet, welche Funktion es haben soll." Umweltminister Röttgen favorisiere wohl deutlich ein Register, das als Frühwarnsystem für Regulierungsbehörden dient. "Dort würden die Inhaltsstoffe von Produkten an zentraler Stelle erfasst, sodass, wenn unvorhergesehenerweise etwas passiert, die Behörden wissen, wo sie nachschauen müssen."

In Sachen Verbraucheraufklärung sieht der Experte noch viel Arbeit vor der Industrie. Ihm gefalle die Idee, dass zum Beispiel die Stiftung Warentest beginne, Produkte mit und ohne Nanozusatz zu vergleichen, zum Beispiel Textilien mit und ohne Nanosilber. "So könnte der Verbraucher ein Gefühl dafür bekommt, wofür Nanomaterialien überhaupt gut sein sollen." Für Catenhusen steht jenseits aller Sicherheitsbedenken außer Zweifel, dass es sinnvolle Nanoprodukte gibt. "Sonnencremes mit Nanopartikeln werden nicht vom Markt genommen, denn es gibt Verbraucher, die mehr Probleme mit Sonnenbrand haben und von dem größeren Absorptionseffekt von Nano-Titandioxid profitieren können."

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(bsc)