Nanoteilchen für ölabweisende Beschichtungen

Fortschritte in der Materialbeschichtung könnten bald zu Gläsern führen, denen ölige Fingerabdrücke nichts mehr anhaben können.

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Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz haben eine kostengünstige und einfache Methode entwickelt, Oberflächen so zu beschichten, dass Öltröpfchen an ihnen abrollen können. Das Verfahren könnte Brillengläser, Smartphones oder Tablet-Rechner ermöglichen, denen sogar die fettigsten Finger nichts anhaben können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Notwendig ist eine besondere Art von Rauigkeit, die an Äste von Bäumen erinnern. Das ist schon seit längerem bekannt, doch war es bislang schwierig, solche Texturen produktionsreif auszuentwickeln. Frühere Arbeiten etwa am MIT nutzten komplexe nanolithographische Techniken.

Die Methode der Mainzer Forscher, die sich derzeit noch im Prototypstadium befindet, ist simpler: Sie setzt auf eine Kombination aus Kerzenruß und Quarz, die beide mit der richtigen Temperatur verbacken werden. Zunächst wird dabei eine Glasfläche über einer Kerze angebracht. Dies führt zur Ablagerung von kugelförmigen Ruß-Teilchen mit einem Durchmesser zwischen 30 und 40 Nanometern, die locker übereinander sitzen. Sie schaffen genau die richtige Oberflächentextur, bei der 80 Prozent der Fläche freigehalten sind.

Damit der Kerzenruß nicht einfach weggewaschen wird, wurde dieser mit einer 25 Nanometer dicken Quarzhülle beschichtet. Anschließend wurde die Glasfläche bei 600 Grad im Ofen verbacken, was die schwarze Farbe des Rußes auflöst. Zum Schluss sprühten die Forscher verschiedene Öle zum Test auf. Egal ob Erdnussöl oder verschiedene Lösungsmittel: In Mikroaufnahmen sprangen die Tröpfchen förmlich von der Fläche. Die Beschichtung hält auch auf Aluminium, Stahl und Kupfer. Und weil die Oberfläche sowohl Öl- als auch Wasser-abweisende Qualitäten hat, lässt sie sich "superamphiphobisch" nennen.

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(bsc)