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Napster bietet Musikindustrie eine Milliarde Dollar

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Napster geht in die Offensive und macht der Musikindustrie einen Vorschlag zur Lizenzierung von Songs, die über den Dienst getauscht werden. Insgesamt eine Milliarde US-Dollar sollen die Plattenlabels innerhalb der nächsten fünf Jahre für eine Lizenz erhalten, so der Vorschlag der Musiktauschbörse. Vertreter von Napster und des Partners Bertelsmann kündigten entsprechende Pläne in San Francisco an. Der Betrag soll dabei zwischen den Majors und den kleineren Labels und Independents aufgeteilt werden: Die Majors BMG, Sony, Universal, EMI und Warner Music bekämen demnach insgesamt jährlich 150 Millionen US-Dollar, die nach den Anteilen, die die Songs der Konzerne auf der Tauschbörse haben, zwischen den fünf Labels aufgeteilt würden. Für die kleineren, unabhängigen Labels würden jährlich insgesamt 50 Millionen US-Dollar ausgeschüttet.

Als Ausgleich für diese Zahlungen erwarten Bertelsmann und Napster, dass die Musikindustrie nicht weiter gegen Napster vorgeht und ihre Klagen zurückzieht. Die Labels hatten der Tauschbörse vor kurzem eine schwere Schlappe bereitet, als ein US-Gericht verfügte, bis zur Entscheidung über mögliche Urheberrechtsverletzung müsse Napster das Tauschen nicht lizenzierter Songs unterbinden.

Um die Lizenzabgaben an die Musikindustrie zu finanzieren, kündigte Napster schon vor einiger Zeit an, noch diesen Sommer ein kostenpflichtiges Abonnement-Modell einzuführen. Nun verkündete der Dienst auch die vorgesehenen Gebühren, die User zahlen sollen. Zwar sei die endgültige Entscheidung noch nicht getroffen, aber es werde wohl eine Basic und eine Premium Membership geben. Die Basis-Mitgliedschaft könnte zwischen 2,95 und 4,95 US-Dollar pro Monat kosten; dabei würde dann die Anzahl der Songs beschränkt, die jeden Monat getauscht werden könnten. Premium-Mitglieder müssten zwischen 5,95 und 9,95 US-Dollar im Monat zahlen; dafür erhielten sie dann das Recht, eine unbegrenzte Zahl von Songs über Napster zu tauschen. Für solche unterschiedliche Abo-Dienste und zugehörige Einschränkungen der Nutzung wird Napster wohl das neue Management-System der Bertelsmann-Tochter Digital World Service einsetzen, dass Up- und Downloads einzelner User kontrollieren und die Möglichkeiten beschränken kann, was Napster-Mitglieder mit getauschten Songs anstellen können.

Die Zahl der Internet-Nutzer, die gegenwärtig einen Account bei Napster haben, gab die Tauschbörse mit 61 Millionen an. "Dieser Gemeinschaft sollte es erlaubt werden, zusammen zu bleiben", sagte Napster-Chef Hank Barry. "Wir sollten uns zusammensetzten und die Sache erledigen", forderte er die Musikindustrie auf. Nach Ansicht des Diensts sei eine Mehrheit der User bereit, für die Nutzung der Tauschbörse auch zu zahlen. Man werde dies aber erst sicher wissen, wenn man den kostenpflichtigen Dienst gestartet habe.

Siehe dazu auch: Die Milliardenwette der Musiktauschbörse. (jk)

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