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Napster lockt US-Kunden mit geschenkten MP3-Playern

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Roxios kommerzieller Musikdienst Napster steht offenbar arg unter Druck. Nicht nur, dass Apples iTunes Music Store das Angebot in den USA in puncto Verkaufszahlen alt aussehen lässt -- nun hat Apple es auch geschafft, vor Napster in Deutschland und Frankreich an den Start zu gehen. Lediglich in Großbritannien sind beide Anbieter vertreten.

Um neue Kunden anzuwerben, gibt Napster nun bei Abschluss eines US-Jahresabos für knapp 120 US-Dollar (9,95 US-Dollar/Monat) den Flash-MP3-Player Rio Chiba Sport (128 MByte) als kostenlose Dreingabe mit. Legt man für die Berechnung die Preisempfehlung des Herstellers von 130 Dollar zu Grunde, würde der Abokunde sogar Geld gegenüber dem Kauf des Players bei RioAudio selbst sparen. Tatsächlich kostet das Gerät im freien Handel (zum Beispiel bei Amazon.com) jedoch weniger, sodass man effektiv etwa 15 US-Dollar für das eigentliche Napster-Jahresabo zahlt.

Wer noch 80 US-Dollar drauflegt (also 200 US-Dollar für das Jahresabo inklusive Player bezahlt), bekommt alternativ den 1,5-GByte-Player Rio Nitrus. Bei letzterem Angebot stellt man sich allerdings vergleichsweise schlecht, denn hier unterscheiden sich die Preisempfehlung von 200 US-Dollar und der tatsächliche Straßenpreis des Nitrus mit 145 US-Dollar deutlicher.

Wer nun meint, er könne die Songs aus dem Jahresabo auf den MP3-Dreingaben abspielen, hat sich indes geschnitten: Zwar spielen beide das von Napster verwendete Windows-Media-Format ab, doch enthält das in dem Angebot enthaltene Napster-Abo nur den Zugriff auf gestreamte Songs. Wer die Musik auf den Player übertragen will, der muss die Songs kaufen. Da Napster beim Abo 20 Prozent Rabatt pro Song gewährt, kosten die Tracks immerhin nur 80 US-Cent.

Sollte Napster in absehbarer Zeit auch hierzulande die virtuellen Pforten öffnen, könnten solche Werbeaktionen sicherlich auch ihren Teil dazu beitragen, schneller auf dem neuen Markt Fuß zu fassen. (vza)