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Napster soll MP3-Dateien von Dr. Dre löschen

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Der Rapper Dr. Dre hat der MP3-Tauschbörse Napster eine Liste mit über 900.000 Kopien seiner Songs im MP3-Format geschickt, die seiner Ansicht nach unberechtigterweise in den Computersystemen der Benutzer des Napster-Service gespeichert sind. Der Rapper fordert die Sperrung oder Entfernung dieser Dateien – nicht aber unbedingt die Sperrung der Benutzer, die seine Songs getauscht haben.

Dr. Dre richtet seine Forderungen also nur an Napster selbst, er vermeidet es damit, direkt gegen seine eigenen Fans aufzutreten. Die Vorgehen der Hard-Rock-Gruppe Metallica, die Anfang Mai die Sperrung von über 300.000 Benutzer verlangte, die Metallica-Songs über die Tauschbörse weitergegeben haben sollen, hatte zu heftigen Entrüstungsstürmen unter den Metallica-Fans geführt. Napster sperrte die angegebenen Benutzer eine Woche später. Mittlerweile hat die Firma aber angekündigt, dass sie die User-Accounts wieder freischalten werde, wenn Metallica nicht jeden Benutzer einzeln anklagt.

Unabhängig von der Plattenindustrie hatten Metallica und Dr. Dre die Firma Napster wegen Verletzung ihrer Urheberrechte verklagt. In den Verfahren sind zwar noch keine Urteile gesprochen, die primäre Verteidigungsargumentation, mit der Napster auch die Klage der Recording Industry Association of America (RIAA) abzuwehren versuchte, ist aber nach der Entscheidung eines US-Gerichts nicht schlüssig. Es liegt deshalb nahe, dass sich Napster auch in den Prozessen gegen Metallica und Dr. Dre nicht hinreichend damit verteidigen kann, dass das Unternehmen für sich den Status eines Service-Providers in Anspruch nimmt.

Nach Aussagen eines Sprecher ist Napster derzeit dabei, die Forderung von Dr. Dre zu prüfen. Er betonte aber noch einmal, dass seine Firma keine MP3-Files zur Verfügung stelle, sondern nur die Software, um sie über das Internet zu tauschen. (chr)