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Navigationssystem Galileo: Mehrere Atomuhren auf Satelliten ausgefallen

Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo hat weiterhin Probleme: Wie der ESA-Chef am Mittwoch mitteilte, sind insgesamt zehn der hochpräzisen Atomuhren ausgefallen, aber noch haben alle Satelliten Backups.

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Satellitennavigationssystem  Galileo: Mehrere Uhren ausgefallen

(Bild: ESA - J. Huart)

Die europäische Weltraumagentur ESA hat Probleme bei ihrem Satellitennavigationssystem Galileo eingestanden. Wie der ESA-Chef Jan Wörner am heutigen Mittwoch erklärt hat, sind insgesamt 10 Atomuhren an Bord der Galileo-Satelliten ausgefallen. Noch wisse man nicht, ob man die Uhren wiederbeleben könne. Für eine diesbezügliche Einschätzung sei es zu früh. Da aber jeder Satellit über insgesamt vier der hochpräzisen Uhren verfügt, sei gegenwärtig noch genug Redundanz gegeben: Kein Satellit sei funktionsuntüchtig, versicherte Wörner und bislang sei das System Galileo nicht beeinträchtigt.

Jeder Galileo-Satellit verfügt über vier hochpräzise Atomuhren, die für die genaue Ortsbestimmung unverzichtbar sind: Zwei sogenannte Rubidium-Uhren und zwei passive Wasserstoff-Maser-Uhren (PHM). Hauptreferenz für die Signalgenerierung der Galileo-Satelliten ist eine der beiden PHM-Uhren, die pro Tag bis auf die Nanosekunde genau geht. Fällt die Referenzuhr aus, wird die zweite aktiviert. Quittieren beide den Dienst, springt eine der Rubidium-Uhren ein, die mit einer Abweichung von zehn Nanosekunden pro Tag nicht ganz so präzise arbeiten. Beide Uhrentypen sind nun von dem Problem betroffen, nach aktuellen Stand sind drei Rubidium-Uhren und sieben Maser-Uhren ausgefallen. Insgesamt sind 18 Galileo-Satelliten im All, das heißt, das System hat 72 der Atomuhren im All.

[Update 18.01.2017 – 11:20 Uhr] Wörner sagte auf der Pressekonferenz nicht, wieviele Satelliten insgesamt von den Ausfällen betroffen sind. Außerdem erklärte er, dass derzeit geprüft werde, wie mit den weiteren geplanten Satellitenstarts verfahren werden soll. Halte man daran fest, bestehe die Gefahr, dass auch sie im All von dem Problem betroffen sein werden. Verschiebe man sie dagegen nach hinten, bestehe die Gefahr, dass weitere Ausfällen die Funktionsfähigkeit von Galileo insgesamt beeinträchtigen.

[Update 18.01.2017 – 11:25 Uhr] Während der live im Netz übertragenen Pressekonferenz teilte Wörner mit, dass die ursprüngliche Zahl von Montag gewesen sei: Inzwischen sei eine der betroffenen Atomuhren erfolgreich neugestartet worden. Es seien also gegenwärtig nur noch neun Uhren betroffen.
Außerdem wurde in der Meldung die Beschreibung der Uhren-Staffelung angepasst.

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(mho)

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