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Navigon-Apps verschwinden vom Markt

Erst kürzlich wurde noch die iOS-Anwendung aktualisiert, doch nun ist Schluss mit den Smartphone-Apps von Garmin. Schon zum 14. Mai sollen sie nicht mehr angeboten werden. Bestandskunden bleibt eine Gnadenfrist.

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Navigon-Apps verschwinden vom Markt

Screenshot der Navigon-Website vom 18. April.

(Bild: Navigon.com / Screenshot)

Garmin Würzburg, dereinst Navigon, hat auf Facebook sowie auf seiner englischsprachen Website das baldige Ende seiner Navi-Apps der Navigon-Reihe angekündigt. Erst kürzlich hatte das Unternehmen noch seine iPhone- und iPad-Apps akualisiert, die dort zu den beliebtesten Offline-Navis gehörten. Im Google Play Store werden die Apps für Android ebenfalls verschwinden, wie es dort direkt heißt. Stichtag ist der 14. Mai 2018.

Ab diesem Zeitpunkt soll es auch nicht mehr möglich sein, in App-Käufe – etwa für neue Kartendaten, die Panorama-Ansicht oder den Live-Verkehrsdienst – durchzuführen. Das Unternehmen hatte sein Geschäftsmodell ähnlich wie der Konkurrent TomTom auf ein Abomodell umgestellt, einzelne Varianten gab es aber auch noch zum Festpreis.

Laut Angaben von Garmin Würzburg werden Bestandskunden die Apps aber noch mindestens zwei Jahre weiterverwenden können – das gilt auch für abgeschlossene "FreshMaps"-Kontrakte, bei denen regelmäßig neues Kartenmaterial geliefert wird. Bei den Abos für die Apps müssen Android-Nutzer selbst aktiv werden und sie kündigen, da sie sonst automatisch verlängert werden; "als Entwickler haben wir auf die Abo-Verwaltung unserer User keinen Einfluss", gibt Garmin zur Begründung an. Die Abos für die iOS-Apps laufen dagegen automatisch aus.

Betroffen sind laut dem Hersteller "alle Garmin Navigations-Apps, darunter auch Navigon, Navigon Regions und Navigon Cruiser". Es gibt aber auch Ausnahmen: Das über die Telekom vermarktete Navigon Select Telekom Edition wird zunächst weiter offeriert, Telekom-Kunden können es "weiterhin kostenlos herunterladen und mit In-Apps erweitern"; außerdem können "Kunden von Garmin HUD Plus oder BMW HUS die Garmin HUD App weiterhin kostenlos herunterladen und erweitern".

Genaue Gründe für die Einstellung der Apps gab Garmin Würzburg nicht an. Garmin habe "aus strategischen Gründen" entschieden, alle Navigations-Apps "mit wenigen Ausnahmen" vom Markt zu nehmen. Man bedanke sich für "viele Jahre Loyalität und Unterstützung" bei der Kundschaft. Navigon sei für über 25 Jahre "eine Bewegung in der Navigation" gewesen.

Vollpreis-Offline-Navigations-Apps hatten unter iOS und Android in den Anfangsjahren eine längere Blütezeit. Damals wurden sie von vielen Nutzern Online-Lösungen, die qualitativ auch weniger hochwertig waren, vorgezogen. TomTom und Navigon verlangten für ihre Navi-Apps einst richtig viel Geld – 60 bis über 100 Euro waren dereinst keine Seltenheit, etwa wenn man das Kartenmaterial kompletter Kontinente einkaufen wollte. Zuletzt konnte man Navigon für 80 Euro komplett freischalten, wenn man keine Abogebühr zahlen wollte. (bsc)

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