Menü

Neonazis im Netz besser getarnt

vorlesen Drucken Kommentare lesen 439 Beiträge

Rechtsextremisten tarnen ihre Hetzschriften im Internet nach Erkenntnissen von Verfassungsschützern immer geschickter. "Es gibt eine große Diskussion in der rechten Szene. Viele wollen sich im Internet nicht mehr sofort mit Hakenkreuzen und Parolen in gotischer Schrift auf dem Bildschirm als plumpe Anhänger des Nationalsozialismus zu erkennen geben", sagte Rüdiger Hesse, Sprecher des niedersächsischen Verfassungsschutzes, am Wochenende in Hannover. Mit dieser Strategie sollten als Zielgruppe vor allem Jugendliche für rechtsextremes Gedankengut gewonnen werden. Als Beispiel nannte Hesse eine angebliche Hausaufgabenhilfe. "Dahinter verbargen sich eindeutig rechtsextremistische Aussagen".

Nach Erkenntnissen von Kollegen des Bundesverfassungsschutzes sei allerdings die Zahl der Webseiten deutscher Rechtsextremisten vor allem auf US-amerikanischen Servern drastisch zurückgegangen, erläuterte Hesse. "Am Jahresende 2001 waren es noch 1300 Seiten. Jetzt sind es 920. Vielleicht achten die US-Aufsichtsbehörden seit den Anschlägen vom 11. September stärker auf antisemitische und fremdenfeindliche Texte." (dpa) / (em)