Netflix 4K per Windows-10-App: Intel-exklusiv, AMD und Nvidia ausgesperrt

4K-Videos von Netflix laufen nun auch in der Netflix-App, nicht mehr nur im Edge-Browser. Allerdings funktioniert es weiterhin nur mit brandneuen Intel-CPUs, AMD und Nvidia bleiben ausgesperrt.

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Aufsehenerregend: Netflix 4K funktioniert auf 4K-Computerdisplays, sofern diese HDCP 2.2 unterstützen.

(Bild: c't)

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Netflix-Filme lassen sich in 4K-Auflösung nun auch über die Netflix-App für Windows 10 wiedergeben. Bisher war das nur über den Windows-10-Browser Edge möglich. Netflix schaltet aber weiterhin erst dann in den 4K-Modus, wenn ein Intel-Prozessor der Kaby-Lake-Generation (Core i-7000) verwendet wird und das angeschlossene Display den Medien-Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützt.

Das Problem: Zwar unterstützen mittlerweile die meisten 4K-Fernsehgeräte HDCP 2.2, allerdings sieht es bei 4K-Computermonitoren anders aus. Im Test mit einem normalen 4K-Display mit HDMI 1.4 limitierte die Netflix-App die Video-Auflösung entweder auf Full HD (1920 × 1080 Bildpunkte) oder stürzte mit einem Fehlercode ab. Bei letzterem half nur ein Neustart des Betriebssystems. In unserem Test funktionierte Netflix 4K dagegen auf dem HDCP-2.2-fähigen LG 27UD58P einwandfrei – allerdings quittierte die Netflix-App beim ersten Start manchmal ebenfalls mit einer Fehlermeldung, was einen Neustart nötig machte. Angetrieben wurde das System von einem Core i3-7100 (3,9 GHz) auf einem Asus Prime Z270-A mit 16 GByte RAM.

Wer keinen Prozessor aus Intels Kaby-Lake-Serie nutzt, kann Netflix 4K auch über die App nicht schauen. Selbst auf den neuesten Grafikkarten mit GPUs der Serien Pascal (GeForce GTX 1000) und Polaris (Radeon RX 400) verweigert Netflix die 4K-Ausgabe. Netflix' Support äußerte gegenüber c't, dass Kaby-Lake-Prozessoren "eine neue DRM-Hardware-Architektur" enthalten – diese soll Kopien der 4K-Streams verhindern. Noch immer offen bleibt, ob AMD- und Nvidia-Grafikkarten der aktuellen Generation trotz HDMI 2.0 und HDCP 2.2 überhaupt jemals Netflix 4K unterstützen werden – entgegen der (schon länger zu hörenden) Beteuerungen der GPU-Hersteller.

AMD erklärte im Juni vergangenen Jahres gegenüber c't, dass Polaris-GPUs den Microsoft-Kopierschutz PlayReady 3.0 erst mit einem späteren Treiber unterstützen werde. Auf eine aktuelle c't-Anfrage zum Thema wollte sich AMD nicht informativ äußern und verwies an Netflix. Nvidia erklärte im Dezember gegenüber c't, dass Pascal-GPUs Netflix 4K im ersten Halbjahr 2017 unterstützen werde. Es sei noch ein Windows-10-Update und eine Zertifizierung von Netflix nötig. (mfi)