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Netflix-Chef: Deutsche schauen "vergleichsweise wenig Filme und Serien illegal"

Laut Netflix-Gründer Reed Hastings sind die Deutschen keine eingefleischten Video-Piraten. Sie schauen eher wenige Inhalte illegal. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten sie aber auch mit einem "relativ" guten, kostenlosen Programm ein wenig verwöhnt.

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Netflix-Chef: Deutsche schauen "vergleichsweise wenig Filme und Serien illegal"

(Bild: dpa, Bernd von Jutrczenka/Archiv)

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Der Mitgründer und CEO der Videoplattform Netflix, Reed Hastings, hat für die Deutschen Fernsehzuschauer ein ungewöhnliches Lob übrig. In einem Interview mit der Rheinischen Post erklärte er auf die Frage, wie er den deutschen TV-Markt empfindet, dass die Deutschen "zum Glück vergleichsweise wenig Filme und Serien illegal" sehen.

Allerdings seien die Deutschen es auch gewohnt, "nichts für relativ gutes Programm bezahlen zu müssen" – für einen Bezahldienst wie Netflix ist das ein eher schlechtes Vorzeichen. Die öffentlich-rechtlichen Programme von ARD, ZDF und Co. seien "mit Milliarden Euro besser finanziert als die BBC". Sie seien damit "so gut wie kein anderer öffentlich-rechtlicher Rundfunk der Welt" ausgestattet.

Dass die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland beileibe nicht kostenlos für Bürgerinnen und Bürger zu haben sind, wird jeder beteuern, der die Haushaltsabgabe der Rundfunkanstalten zahlen muss. Schlupflöcher gibt es für Bürger nur wenige. Hastings bringt allerdings noch eine andere deutsche Eigenschaft ins Spiel, die er als Netflix-Inhaber positiv für sein Unternehmen verbucht. Die Deutschen "hassen auch Werbeunterbrechungen mehr als die Menschen im Rest der Welt", weshalb der werbefreie Video-on-Demand-Dienst den Wünschen der Zuschauer in diesem Punkt entgegenkomme.

Zur Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren beteuerte Hastings, dass Netflix dazu verdammt sei, "lernwillig und flexibel zu bleiben". Das Unternehmen wisse eigentlich nur, dass es "weiter wachsen" wolle, "mehr Filme und Serien anbieten" will, und "vor allem immer mehr selbst produzierte".

Im Jahr 2016 habe Netflix 400 Stunden eigenes Programm veröffentlicht, im Jahr 2017 werden es weitere 1000 Stunden sein. Für 2017 rechne das Unternehmen zudem mit 10 Milliarden US-Dollar Umsatz und plant 6 Milliarden davon für Inhalte auszugeben.

Schwierig seien Märkte mit extrem hohen Inflationsraten und in denen der Zahlungsverkehr schwierig sei wie etwa Argentinien und Paraguay, erklärte Hastings. In Ländern wie Frankreich verhindern zudem gesetzliche Hürden ein breites Angebot an Kinofilmen – die Eigenproduktionen würden aber gerade durch solche Restriktionen nicht berührt.

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(kbe)

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