Netflix: EU-Kommissar verhandelt über Datenreduzierung beim Video-Streaming

EU-Kommissar Thierry Breton sprach mit Netflix über mögliche Maßnahmen zur Bandbreitenreduzierung in Zeiten der Corona-Krise.

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Videoportale: EU-Parlament schreibt Netflix & Co. 30 Prozent europäische Werke vor

(Bild: REDPIXEL.PL/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Nach Sorgen, die verstärkte Nutzung von Video-Streamingdiensten könnten in der Coronavirus-Krise das Internet beeinträchtigen, hat sich die EU-Kommission an Netflix gewandt. EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen Thierry Breton sprach mit Netflix-Chef Reed Hastings über Wege, die Belastung zu senken, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Dabei sei es unter anderem um die Idee gegangen, die Bildqualität bei starker Auslastung automatisch von HD- auf Standard-Auflösung runterzuschrauben.

Unkar ist derzeit noch, wie Netflix reagieren wird und ob das Unternehmen Anpassungen vornehmen wird. Eine Anfrage von heise online an Netflix ist derzeit noch unbeantwortet.

Netflix empfiehlt für HD (High Definition) eine Internet-Geschwindigkeit von fünf Megabit pro Sekunde, während es bei Standard-Auflösung drei Megabit pro Sekunde sind. Einen großen Sprung gibt es bei dem noch besseren Ultra-HD-Format: Hier empfiehlt Netflix 25 Megabit pro Sekunde. Die Ultra-HD-Qualität gibt es dabei nur in den teureren Tarifmodellen von Netflix.

Die Kommission rief die Streaming-Plattformen insgesamt auf, mit Internet-Anbietern zusammenzuarbeiten und ihren Datendurchsatz anzupassen, um das Arbeiten von zu Hause aus nicht zu bremsen.

Der in Frankfurt basierte weltgrößte Internet-Knoten DE-CIX hatte zuvor mitgeteilt, der durchschnittliche Datenverkehr habe zuletzt um zehn Prozent zugelegt. Man sei aber für den Anstieg gerüstet. Der Datenverkehr durch Videokonferenzen sei binnen sieben Tagen um 50 Prozent gestiegen.

Die Provider in Deutschland, darunter die Telekom, hatten ebenfalls Entwarnung gegeben. Die Telekom sagte, dass die Netzkapazitäten aus ihrer Sicht ausreichend dimensioniert seien, um die erhöhte Nachfrage bedienen zu können. (olb)