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Netflix will deutsche TV-Serie ins Programm nehmen

Schon bald möchte Netflix eine deutsche TV-Serie im Programm haben und sucht passende Sendungen. Bei dem Kauf von Serien gebe man sich auch Mühe stets weltweite Rechte zu erwerben, so Netflix-Chef Hastings. So wäre Geoblocking nur ein Problem auf Zeit.

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(Bild: dpa, Britta Pedersen)

Der Online-Videodienst Netflix will noch in diesem Jahr eine erste TV-Serie aus Deutschland ins Programm nehmen. "Wir sehen uns nach einer Sendung um, haben aber noch nicht das Richtige gefunden", sagte Netflix-Chef Reed Hastings der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Internet-Konferenz DLD in München.

Ob Krimi oder Komödie – Netflix sei aktuell für alle Genres offen. Hastings hatte vor kurzem den Streaming-Dienst in 130 weiteren Ländern an den Start gebracht. Damit hat Netflix jetzt praktisch eine globale Reichweite, als einziger wichtiger Markt fehlt China. Damit sollen auch mehr Filme und Serien überall auf der Welt produziert werden. "Früher ging es darum, Hollywood-Produktionen in die Welt zu bringen. Jetzt werden wir in verschiedenen Ländern drehen – und dann global senden", sagte Hastings.

In Europa filmt Netflix bisher die Krimi-Serie "Marseille" in Frankreich. Wann Netflix auch in China verfügbar sein werde, könne man derzeit nicht sagen, erklärte Hastings. "Vielleicht dieses Jahr, vielleicht nächstes, vielleicht übernächstes." Man rede mit den richtigen Leuten und übe sich in Geduld. "In China braucht man die Zustimmung der Regierung für den Betrieb. Im Rest der Welt können wir einfach loslegen", so Hastings. Dass Apple und Disney mit ihren Videodiensten starten konnten, stimme ihn aber zuversichtlich.

Bezüglich der Frage, warum Netflix Geoblocking einführen wird, erklärte Hastings, dass diese Maßnahme von den Filmstudios verlangt würde. Da Netflix für viele neue Serien aber ohnehin sofort die weltweiten Rechte kaufen würde, beträfe das Geoblocking nur einige Inhalte. Es sei das Ziel von Netflix, dass das Angebot "überall auf der Welt gleich ausieht", so Hastings. Es könne aber fünf bis zehn Jahre dauern, bis das tatsächlich der Fall ist.

Dafür greift der Sender auch tiefer in die Tasche als traditionelle TV-Sender. "Wir müssen mehr Geld bieten. Wenn wir nur genauso viel bieten, werden sie keine Deals mit uns machen." Allein für dieses Jahr sind fünf Milliarden US-Dollar für Einkauf und Produktion von Sendungen vorgesehen – mit der Zeit dürfte der Betrag weiter steigen.

An der VR-Technik, bei der der Zuschauer mit Hilfe von 3D-Brillen in virtuelle Welten eintauchen kann, habe Netflix aktuell kein Interesse. "Das ist interessant für Konsolen-Spiele, aber es ist kein Markt für uns", sagte Hastings. Dagegen experimentiert das Online-Netzwerk Facebook, das den VR-Pionier Oculus gekauft hat, in einem Studio bereits auch mit Kurzfilmen für VR-Brillen. An der Ausstrahlung großer Sportereignisse ist Netflix laut Hastings ebenfalls nicht interessiert. Das Kerngeschäft blieben Filme und Serien. (mit Material der dpa) / (kbe)