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Netscape: Browser sind nur noch zweitrangig

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Netscape will nicht länger als Browser-Hersteller angesehen werden. "Der Browser ist ein Kronjuwel. Doch in sechs Monaten werden Sie Netscape nicht länger als eine Browserfirma betrachten," sagte Netscape-Präsident Jim Bankoff der Agentur Reuters. Unter dem Mediensegen der Dachgesellschaft AOL Time Warner soll aus dem einstigen Synonym für Browsersoftware eine Internet-Medienzentrale werden. In Zukunft sollen Surfer dort ein breites Spekrum an Inhalten von Time Warner finden. Unter anderem sind Fortune, das Time Magazine und die News von CNN im Gespräch.

Und was wird aus dem Browser? Das Know-How aus der Entwicklung wird natürlich nicht einfach aufgegeben. Der neue Netscape-User sitze am Highspeed-Zugang seines Arbeitsplatzes und verzichte dort auf das Standard-Bundle bestehend aus AOL und Internet Explorer, so Bankoff. Dies seien "à-la-carte-Nutzer", die andere Wege gehen wollten.

Komponenten der Netscape-Software sollen auch in Zukunft ihren Dienst tun, und zwar in Features der neuen Mediendienste wie zum Beispiel der Messenger-Software. Auf diesem Feld wird derzeit der Krieg um Internetanwendungen fortgeführt. Wieder fährt Microsoft seine erfolgreiche Strategie und integriert seinen Windows Messenger in das für Oktober geplante Windows XP. Wer andere Systeme nutzen möchte, muss also nachinstallieren.

Bankoff bestätigte außerdem, dass AOL derzeit Software teste, die es den Online-Diensten Compuserve und AOL ermögliche, multiple Browser – auch Netscape – für die Seitendarstellung zu verwenden. Ein Schritt zur Stärkung der Netscape-Nutzerbasis ist auch die kürzlich mit Sony getroffene Vereinbarung, den Browser auf der Playstation2-Hardware einzusetzen. (cgl)