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Netscapes Browser strauchelt weiter

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Seit dem gestrigen Mittwoch liegt auf dem Netscape-Server eine neue englischsprachige Windows-Version 6/6.01, so die offizielle Bezeichnung, des Netscape-Browsers mit der Gecko-Rendering-Engine Build 20010131. Die Version wird auf der Netscape-Website bislang nicht angekündigt, Bugfixes sind in den Release Notes (Stand 30. November 2000) nicht kommentiert, eine separate Upgrade-Möglichkeit gibt es nicht.

Der Download ist noch einmal um fünf MByte größer geworden als bei der Netscape-Version 6.0 und liegt jetzt bei 29,6 MByte. Netscape greift sich gleich von Anfang an 18 MByte RAM, wohlgemerkt ohne auch nur eine einzige Seite anzuzeigen. Hardwareseitig ist laut Netscape ein Rechner mit mindestens 233 MHZ und 64 MByte RAM Voraussetzung. Entsprechend behäbig fühlt sich die Benutzung auf einem kleineren Rechner an. Alleine das Warten auf den Startbildschirm gestaltet sich auf einem Pentium mit 166 Mhz und 64 MByte Speicher mit 22 Sekunden quälend langsam: Eine bekannte Eigenart des Navigators, die sich mit dem Alter scheinbar verfestigt.

Optisch glänzt auch die neue Version mit edlem Design, animiertem Scrollbalken im Mac-Look und diversen ein- und ausklappbaren Leisten neben und unter dem eigentlichen Browserfenster. Das Erscheinungsbild kann mit eigenen Browser-Skins weitgehend angepasst und individualisiert werden. Fraglich ist, ob Surfer diesen performancehungrigen Aufwand wirklich wollen, zumal der Browser seine eigentliche Funktion schlecht erfüllt.

Ein Plug-In für Shockwave fehlt noch immer. Die Option, Quick-Time für den Browser zu installieren, entpuppt sich, trotz Ankündigung über das "Download-Center", als gesperrt. Und eine Anmeldung mit gültiger E-Mail-Adresse ist außerdem erforderlich.

Zumindest die oberflächlichsten Fehler hat Netscape behoben. Das Programm läuft erheblich stabiler, die anscheinend vergessenen Legenden in diversen Auswahlmenüs sind jetzt vorhanden. Andere Fehler bestehen unbekümmert weiter, so konnten wir bei einem ersten Kurztest eine automatische Proxy-Konfiguration nicht nutzen – dieses Problem bestand auch schon in der Version 6.

Geblieben ist auch die Unart von Netscape und der mitgelieferten Applikationen, allen voran dem Real Player, sich ungeniert in Taskleisten, dem Autostartmenü und mit diversen voreingestellten Bookmarks auf dem Rechner einzunisten. In dieser Hinsicht wird sogar das an sich schon sehr einnehmende Wesen der Microsoft-Produkte übertroffen.

Der neue Download lohnt für eingeschworene Netscape-Fans, die, genügend Systemreserven vorausgesetzt, in den Genuss besserer Stabilität und etwas erhöhter Performance kommen wollen. (fro)