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Netzagentur kürzt Mietpreis für Telekomleitungen um 12 Cent

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Die Deutsche Telekom darf ihren Wettbewerbern für angemietete Telefonleitungen bis zum Endkunden künftig nur noch 10,08 Euro pro Monat abknöpfen. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, wird der Mietpreis für die "letzte Meile" (Teilnehmeranschlussleitung, TAL) um 12 Cent gekürzt. Das vorgeschlagene Entgelt biete Gewähr für stabile Rahmenbedingungen im deutschen Telekommunikationsmarkt, erklärte der Präsident der Behörde Matthias Kurth. Es werde vorläufig zum 1. April 2011 genehmigt.

Über die Höhe der sogenannten TAL-Miete gibt es zwischen der Telekom und ihren Konkurrenten unterschiedliche Vorstellungen. Während der Bonner Ex-Monopolist einen Mietpreis von 12,90 Euro verlangte, forderte der Verband VATM eine Senkung auf rund 7 Euro. Die Wettbewerber der Telekom, die in der Regel keinen direkten Zugang zu den Endkunden haben, sind auf der letzten Meile abhängig von der Infrastruktur der Telekom. Sie müssen deshalb die Telekom-Leitungen zwischen Hauptverteiler beziehungsweise Kabelverzweiger und dem Endkunden anmieten. Die Telekom streicht so jährlich eine Summe von rund 1,2 Milliarden Euro aus den vermieteten Leitungen ein.

Der Deutschland-Chef der Telekom, Niek Jan van Damme, kritisierte die Entscheidung der Bundesnetzagentur: "Die erneute Absenkung ist ein falsches Signal für alle Unternehmen, die in den Ausbau der Breitbandinfrastruktur investieren wollen." Hierdurch würden Investitionen in ländlichen Regionen zusätzlich erschwert. Deutschland riskiere, beim Breitbandausbau weiter zurückzufallen, sagte van Damme.

Kritik kam auch vom VATM, dem Branchenverband der Telekom-Wettbewerber, allerdings in die andere Richtung: Mit 0,12 Euro oder 1,2 Prozent sei die Kürzung viel zu niedrig ausgefallen. Damit habe die Bundesnetzagentur "leider die Chance vertan", die dringend notwendigen Impulse für den Wettbewerb und den Breitbandausbau in Deutschland zu setzen, erklärte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. (jk)