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Netzagenturchef: Auftrag ohne Ausschreibung

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851.000 Euro hat die Bundesnetzagentur in den vergangenen sechs Jahren für den eigenen Internetanschluss bezahlt. Das Problem ist aber nicht der Betrag, sondern die Tatsache, dass Agenturchef Matthias Kurth diesen Auftrag Juli 2002 ohne ordentliche Ausschreibung vergeben hat, und dann noch an genau die Firma, für die er bis zum Wechsel zur Bundesnetzagentur gearbeitet hat, berichtet der Spiegel.

Matthias Kurth leitet die Bundesnetzagentur

(Bild: bundesnetzagnetur.de)

Schuld war die Insolvenz des ehemaligen Internetproviders KPNQwest, so der Sprecher der Agentur. Man habe schnell handeln müssen, da mit einer plötzlichen Abschaltung der bestehenden Leitung zu rechnen war. Vier Angebote wurden eingeholt, doch es gibt keine Angaben, mit wie vielen Anbietern tatsächlich verhandelt wurde. Das Vergaberecht sieht für solche Fälle durchaus verkürzte Vergabeverfahren vor – allerdings sollen die so geschlossenen Verträge eine möglichst kurze Laufzeit haben. Statt dessen verlängerte sich der Vertag mit der inzwischen umfirmierten Colt Technology Services GmbH bis heute automatisch im Halbjahresrhythmus. Agenturchef Kurth hat laut Spiegel noch nicht Stellung genommen. (it)