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Netzfrequenz 50 Hz: Zeitverlust aufgeholt

Seit heute liegt die Zeitabweichung von 50-Hertz-Synchronuhren wieder im normalen Bereich von unter 30 Sekunden.

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Diese Backofenuhr ging am 2. März 2018 rund 4 Minuten nach

Diese Backofenuhr ging am 2. März 2018 rund 4 Minuten nach

Die Anfang März einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gewordene und ungewöhnliche Absenkung der Wechselstrom-Netzfrequenz ist nun wieder ausgeglichen. Die vom zentral in Europa gelegenen Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid ermittelte Abweichung zur Weltzeit (UTC) liegt nun wieder unter 30 Sekunden. In Zukunft will der europäische Verbund der Übertragungsnetzbetreiber ENSTO-E wieder für die gewohnte Stabilität im zeitlichen Mittel sorgen.

Wie ENTSO-E meldet, habe man im Verlauf des März ständig etwas mehr Energie eingespeist, um die Netzfrequenz im Mittel bei rund 50,01 Hertz zu halten. Damit wurde der "Zeitschwund" wieder aufgeholt.

In Zukunft sollen Synchronuhren in Backöfen, Mikrowellen, Steckdosen- oder Schaltschrank-Schaltuhren wieder stabil laufen. Sie können langfristig genauer sein als Quartzuhren, insbesondere in Geräten, die Hitze erzeugen – wie eben Backöfen –, weil der Schwingquartz darauf reagiert. Andererseits sind sie einfacher aufgebaut als Uhren mit DCF77- oder ntp-Synchronisation und brauchen weder eine externe Antenne (Kellerräume) noch einen Internet-Anschluss. Wer im März allerdings seine Synchronuhr nachgestellt hat, muss sie jetzt wieder etwas zurückstellen.

Die aktuelle Netzfrequenz veröffentlicht außer Swissgrid etwa auch netzfrequenzmessung.de. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat im Magazin ECO vom 26.3.2018 einen Videobeitrag zum Thema veröffentlicht. (ciw)

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