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Netzneutralität: Vodafone widerspricht der Vodafail-Kampagne

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Vodafone hat der Kampagne "Die Freiheit nehm ich Dir!" widersprochen, in der dem Konzern vorgeworfen wird, seinen Mobilfunk-Kunden durch verschiedene Einschränkungen ein halbes Netz als das gesamte Internet zu verkaufen. In einem Blogbeitrag erläutert Christian Rapp von Vodafone am heutigen Freitag, wo der Verein Digitale Gesellschaft, der hinter der Kampagne steht, seiner Meinung nach irrt. Die Organisatoren lädt er zur Diskussion.

Vodafone ruft zum Dialog.

(Bild: Vodafone Deutschland)

Rapp weist darauf hin, dass alle Mobilfunk-Kunden die angesprochenen Dienste Instant Messaging, P2P und Voip nutzen könnten. Wenn sie nicht bereits im Vertrag inklusive sind, könnten sie hinzugebucht werden. So sei Instant Messaging in allen RED-Tarifen erlaubt, VoIP in drei von vier und P2P könne zusätzlich gebucht werden. Das Kunden auf bestimmte Dienste verzichten, wenn sie dadurch Geld sparen können, möge der Digitalen Gesellschaft absurd vorkommen, trotzdem gebe es diese Menschen.

Darüber hinaus widerspricht Rapp der Behauptung, Festnetzkunden der Vodafone-Tocher Arcor sollten auf LTE umgestellt und den gleichen Einschränkungen unterworfen werden. Dagegen stimme es aber, dass den Kunden, die das Angebot LTE Zuhause gebucht haben, die Nutzung von Voip untersagt sei.Eine solche allgemeine Erlaubnis werde aber bereits vorbereitet. Diesbezüglich sollten die Verträge angepasst werden und zwar auch rückwirkend.

Abschließend konstatiert Rapp für Vodafone, dass es noch Redebedarf gebe. Deswegen lade Vodafone Deutschland die Macher der Kampagne zu einem runden Tisch ein, an dem über alle Aspekte diskutiert werden könne. Solch ein Dialog könne im Januar in Berlin stattfinden.

Den zentralen Vorwurf, Vodafone gewähre Mobilfunk-Kunden nicht immer Netzneutralität, entkräftet Vodafone jedoch nicht. Gerade dass unterschiedliche Internet-Dienste mit zusätzlichen Kosten verbunden werden sollen, wird an den Angriffen auf die Netzneutralität immer wieder kritisiert. Ein Zweiklassen-Internet ist für die Carrier gerade deswegen sinnvoll, weil sie, statt nur reine Datentransporteure zu sein, selbst wieder zum Diensteanbieter werden wollen – und sich so neue Geschäftsfelder erschließen möchten. (mho)