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"Netzwerk-Hygiene": U.S. Army blockiert Guardian-Artikel über PRISM

Die US-Army schränkt offenbar für alle ihre Angehörigen den Zugriff auf die Website der britischen Zeitung The Guardian ein. Gegenüber dem Monterey Herald bestätigte [1] ein Sprecher der zuständigen Armee-Abteilung NETCOM, dass man gezielt den Zugriff auf Nachrichten zu den NSA-Leaks rund um das Spionage-Programm PRISM [2] filtern wolle.

Eine solche präventive "Netz-Hygiene" sei eine Routinemaßnahme des Verteidigungsministeriums, wenn vertrauliche Informationen unautorisiert veröffentlicht werden, gab der Sprecher an. Mitarbeiter eines Army-Stützpunktes hatten dem Herald zuvor den Hinweis gegeben, dass der Zugriff auf die Website des Guardian seit Beginn der Berichterstattung über PRISM eingeschränkt sei.

Der Guardian hatte am 6. Juni mit der Enthüllung der massiven Netz-Überwachung [3] des US-Geheimdienstes NSA für weltweiten Aufruhr gesorgt. Der Whistleblower Edward Snowden, der die brisanten Informationen sowohl der britischen Zeitung und als auch der Washington Post zugespielt hatte, ist nach wie vor auf der Flucht vor US-amerikanischem Zugriff. Ähnliche Zensur-Maßnahmen hatte es auch bereits 2010 gegeben [4], als die US-Armee ihren Mitarbeitern anlässlich der Veröffentlichung diplomatischer Depeschen durch Wikileaks unter anderem den Zugriff auf die Seiten der New York Times, des Guardian und des Spiegel blockierte. (axk [5])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1902584

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.montereyherald.com/news/ci_23554739/restricted-web-access-guardian-is-army-wide-officials
[2] http://www.heise.de/thema/PRISM
[3] https://www.heise.de/meldung/Bericht-US-Regierung-zapft-Kundendaten-von-Internet-Firmen-an-1884264.html
[4] http://www.nytimes.com/2010/12/15/us/15wiki.html?_r=0
[5] mailto:axk@heise.de