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Netzzusammenlegung von T-Mobile Austria und tele.ring abgeschlossen

Nach einem Dreivierteljahr Vorbereitung und gut einem Jahr Projektlaufzeit ist die Zusammenlegung der Mobilfunknetze von T-Mobile Austria [1] und tele.ring [2] nun abgeschlossen. T-Mobile hatte den Konkurrenten tele.ring Ende April 2006 übernommen [3]. Es handelte sich bei dem Projekt nach Unternehmensangaben um die weltweit erste Zusammenlegung zweier Mobilfunknetze. Anfang Dezember 2006 war in der niederösterreichischen Gemeinde Kaltenleutgeben die erste T-Mobile-Sendestation für tele.ring-Kunden freigeschaltet worden; am 12. des Monats folgte nationales Roaming in Osttirol, Kärnten und der Steiermark, danach schrittweise das übrige Bundesgebiet.

Anschließend wurden die rund 3.700 tele.ring-Sendestationen ihrer Alcatel-Technik entledigt. Etwa 800 wurden mit Equipment von Siemens beziehungsweise später Nokia Siemens Networks [4] ausgerüstet. Ungefähr doppelt so viele Standorte wurden ohne technische Einrichtungen an den Konkurrenten 3 [5] verkauft, eine bloß zweistellige Zahl ging an One [6]. Der Rest wurde oder wird noch abgebaut. Einzelne Standorte wurden auch komplett neu errichtet. In Summe zählt das GSM-Netz von T-Mobile nun rund 5.300 Standorte und erreicht damit über 98 Prozent der Einwohner. Etwa halb so viele Sites bilden das UMTS-Netz mit HSDPA, das derzeit über 75 Prozent Abdeckung aufweist. Für das kommende Jahr ist die Installation von HSUPA für schnelleren Daten-Upload vorgesehen.

"Das Projekt wurde ohne jegliche Beeinträchtigung des Betriebes und der Service-Funktionen für den Endkunden am Echt-Netzwerk durchgeführt", heißt es in einer Mitteilung von Nokia Siemens Networks, gleichzeitig seien auch Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung sowie zur Netz-Modernisierung durchgeführt worden. Neben den Arbeiten am Funknetz waren auch Veränderungen am Core-Netz erforderlich, um für die zusätzliche Million an tele.ring-Kunden entsprechende Kapazitäten bereitstellen zu können. Die Integration des Glasfaser-Netzes von tele.ring ist noch im Gange. Die Umstellung der vorauszahlenden tele.ring-Kunden auf die Abrechnungsplattform von T-Mobile ist indes bereits abgeschlossen.

In den Niederlanden steht dem magentafarbenen Konzern ebenfalls eine Netzzusammenlegung ins Haus. Dort hat T-Mobile den Konkurrenten Orange übernommen [7]. Ein Wissenstransfer von Österreich in die Niederlande soll das ähnliche Projekt unterstützen. Holländische T-Mitarbeiter waren bereits in Österreich, um sich schlau zu machen. Gegenwärtig ist ein österreichischer Techniker beim Schwesterunternehmen in den Niederlanden.

T-Mobile Austria konnte kürzlich bei einem von P3-Solutions [8] durchgeführten unabhängigen Test der österreichischen Mobilfunknetze reüssieren. Während bei der Qualität und Verlässlichkeit der Sprachtelefonie keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Netzen festgestellt werden konnten, wies T-Mobile beim Datendownload die kürzesten Ladezeiten einer statischen, etwa 200 KByte großen Website auf. Bei der Übertragung von E-Mails zeigte sich das Netz des Marktführer Mobilkom Austria als flottester Kandidat.

T-Mobile setzt eine Komprimierungssoftware ein, die die Ladezeiten von Websites verkürzt. Dabei wird jedoch auch der HTML-Quelltext manipuliert, sodass Grafikdateien nicht im Original direkt heruntergeladen werden. Die Bilder werden auf T-Mobile-Servern gespiegelt und von dort bezogen. Ob Nutzer diese Funktion abschalten können war kurzfristig nicht zu erfahren.

Siehe dazu auch:

(Daniel AJ Sokolov) / (vbr [10])


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http://www.heise.de/-172359

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[1] http://www.t-mobile.at
[2] http://www.telering.at
[3] https://www.heise.de/meldung/tele-ring-geht-mit-Rekordergebnis-in-die-Ehe-mit-T-Mobile-120902.html
[4] http://www.nsn.com
[5] http://www.drei.at
[6] http://www.one.at
[7] https://www.heise.de/meldung/T-Mobile-darf-Orange-Niederlande-uebernehmen-165059.html
[8] http://www.p3-solutions.com
[9] https://www.heise.de/meldung/T-Mobile-Austria-erweitert-Netz-um-Hunderte-tele-ring-Stationen-129380.html
[10] mailto:vbr@ct.de