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Neue AMD-Chipfabrik in Dresden öffnet am Freitag

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Die zweite Chipfabrik des US-amerikanischen Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD) in Dresden wird an diesem Freitag übergeben. Der noch amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der bereits zum Richtfest dabei war, wird auch zur Eröffnung erwartet. Die 2,5 Milliarden US-Dollar teure Fabrik ist eine der größten ausländischen Investitionen in den neuen Bundesländern. Bund und Land Sachsen fördern das Projekt mit rund 660 Millionen US-Dollar.

Die Fabrik ist nach Firmenangaben das erste AMD-Halbleiterwerk zur Fertigung von Mikroprozessoren auf 300-Millimeter-Wafern, wofür AMD ein patentiertes Fertigungsprinzip einsetzt. Bis 2007 sollen 1000 neue Arbeitsplätze entstehen. Künftig sollen in den beiden Dresdner AMD-Fabriken 3000 Menschen einen Job haben.

Mit dem Bau der zweiten Chipfabrik war Ende 2003 begonnen worden. Die Fab36 steht in unmittelbarer Nähe der Fab30, wo AMD bereits 2,5 Milliarden Euro investierte. Das erste Werk war 1999 eröffnet worden -- das 30. Gründungsjahr von AMD. Das neue Werk verfügt einschließlich Produktion, Verwaltung und Energieversorgungs-Center über eine Gesamtfläche von rund 120.000 Quadratmetern. Allein der Reinraum ist 13.000 Quadratmeter groß. Rund 80 Kilometer Rohrleitungen für Heizung, Sanitär und Sprinkleranlagen, 300 Kilometer Elektrokabel sowie 1500 Kilometer Kabel für Daten und Telekommunikation wurden verlegt.

Die Fab30 produziert seit Juni 2000 AMDs Athlon-Prozessoren. Mittlerweile stellt AMD in Dresden bereits alle modernen Prozessoren her, auch die Opteron- und Athlon-64-CPUs. Die 90-Nanometer-Prozessentwicklung erfolgt ebenfalls in der Dresdner Fab30. In der Fab36 sollen nach der Inbetriebnahme neue Generationen von 64-Bit-Mikroprozessoren gefertigt werden; die ersten Mikroprozessoren aus dem neuen Werk sollen im ersten Halbjahr 2006 an die Kunden ausgeliefert werden.

AMD ist in der sächsischen Landeshauptstadt auch mit dem Entwicklungszentrum Dresden Design Center vertreten. Mit Toppan Photomasks betreiben AMD und Infineon das Advanced Mask Technology Center (AMTC), das Photomasken für Prozesse mit Strukturen bis zu 65 Nanometer und kleiner entwickelt. Bund, Land, Fraunhofer-Gesellschaft, AMD und Infineon haben auch ein Forschungszentrum für nanoelektronische Technologien aufgebaut. In Dresden und Region gibt es insgesamt rund 760 Firmen, die zum Bereich Mikroelektronik sowie Informations- und Kommunikationstechnik gehören. Mit dem AMD-Werk soll es 2007 rund 9000 Beschäftigte in der Chip-Produktion geben. Mit jedem geschaffenen Arbeitsplatz entstehen rund 1,5 zusätzliche in anderen Bereichen. (dpa) / (jk)