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Neue Algorithmen für Facebook: Weniger Nachrichten, mehr Persönliches

Statt "relevanter Inhalte" stehen bei Facebook fortan "bedeutsame Interaktionen" mit Menschen im Vordergrund. Das bedeutet mehr Katzen- und Babyfotos, weniger Nachrichten. User werden dann womöglich weniger Zeit auf Facebook verbringen.

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Zuckerberg und Chan

Dieses Bild von seiner Frau Priscilla Chan und sich veröffentlichte Mark Zuckerberg zu Neujahr auf seinem Facebook-Profil.

(Bild: Facebook )

Facebook-Chef Mark Zuckerberg verordnet seinem Dienst facebook.com einen Kurswechsel. Die Algorithmen sollen seinen Nutzern vor allem persönliche Mitteilungen Angehöriger und von Freunden vorsetzen. Auch Livestreams, etwa von Sportereignissen, bekommen Raum. Das geht zu Lasten öffentlicher Inhalte, also Beiträgen von Medien wie heise online, Unternehmen und Marken, aber auch aufgezeichneter Videos.

Katzencontent 2. Klasse

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Ziel soll sein, das Wohlbefinden der Facebook-User zu stärken, sie sollen sich weniger einsam fühlen. "Die Forschung zeigt, dass es unserem Wohlbefinden zuträglich sein kann, wenn wir soziale Medien verwenden, um mit Menschen, die uns etwas bedeuten, in Verbindung treten", schreibt Zuckerberg. "Wir können uns mehr verbunden und weniger einsam fühlen, und das korreliert mit langfristigen Maßnahmen für Glück und Gesundheit."

Deshalb werden die Facebook-Algorithmen in den kommenden Monaten umprogrammiert. Ob ein Beitrag im News Feed auftaucht, soll weniger als bisher von der Zahl der bereits erfolgten oder von Facebook erwarteten Interaktionen mit dem Beitrag abhängen. Wichtiger soll werden, ob Facebooks Algorithmen erwarten, dass ein Beitrag "Unterhaltungen und bedeutsame Interaktionen zwischen Menschen" auslöst. Die Änderungen gingen auf Wünsche von Nutzern zurück.

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Aktive Teilnahme wird höher bewertet als passiver Konsum. "Dafür werden wir vorhersagen, über welche Postings Sie sich mit Ihren Freunden austauschen wollen könnten, und diese Postings im Feed höher oben anzeigen", teilte Facebooks News-Feed-Chef Adam Mosseri mit.

"Ich möchte es deutlich machen: Durch diese Änderungen erwarte ich, dass die Zeit, die Leute auf Facebook verbringen, und einige Indikatoren der Beteiligung zurückgehen werden", gesteht Zuckerberg ein, "aber ich erwarte auch, dass die Zeit, die Sie auf Facebook verbringen, wertvoller sein wird. Und wenn wir das Richtige tun, glaube ich, dass das für unsere Gemeinschaft und langfristig auch für unser Geschäft gut sein wird." Die mit Facebook-Nutzung verbrachte Zeit solle sich auszahlen. (ds)

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