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Neue Details zum Cell-Blade für den Cluster 1350

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Während AMD und Intel mit unterschiedlichen Konzepten zur Anbindung von Coprozessoren (Torrenza beziehungsweise Geneseo) konkurrieren, tanzt IBM auf allen Hochzeiten und treibt gleichzeitig die eigene Cell-Technik voran. Die Neuigkeiten erscheinen kurz vor der Konferenz Supercomputing 2006 (SC06), die Ende nächster Woche in Tampa/Florida beginnt.

Für den Mitte September angekündigten Blade-Server-Einschub QS20 mit zwei Cell-BE-Prozessoren liefert IBM nun ein 4X-InfiniBand-Modul aus und klärt einige Detailfragen, stiftet aber auch Verwirrung. So ist im Datenblatt von einer Taktfrequenz der Cell Broadband Engines von 3,2 GHz die Rede, in der Ankündigung des QS20 auf der Cluster-1350-Webseite (und hier) aber nur noch von 3,0 GHz. Immerhin scheint der Listenpreis festzustehen: Satte 18.995 US-Dollar will IBM haben – dafür bekäme man alternativ acht der neuen Dual-Opteron-Blades LS21. Der InfiniBand-Adapter steht mit 1950 US-Dollar in der Liste.

Das QS20 ist zurzeit ausschließlich für das ältere BladeCenter-Chassis 8677 (den Vorgänger des BladeCenter H) freigegeben, das keine InfiniBand-4X-Backplane besitzt; die InfiniBand-Verdrahtung muss also über einen separaten Switch erfolgen. IBM rät außerdem davon ab, die Cell-Blades mit anderen Blades im gleichen Chassis gemischt einzusetzen; in einem Forums-Beitrag wird das mit bisher nicht erfolgten Kompatibilitätstests begründet. Ein im nächsten oder übernächsten Jahr erwarteter QS20-Nachfolger soll dann auch für das BladeCenter-H-Chassis und die Mischung mit anderen Blades geeignet sein. Man spekuliert auch darüber, dass die kommende Cell-BE-Generation höhere Leistungen bei Double-Precision-Berechnungen liefern wird.

Das Cell-Blade ist doppelt so breit wie 2-Sockel-Blades mit Xeons, Opterons oder PowerPC, es passen also sieben Stück in ein BladeCenter-Chassis; jedes QS20 nimmt bis zu 315 Watt Leistung auf.

Obwohl IBM die Cell BE als HPC-Coprozessor für numerische Aufgaben empfiehlt, offeriert das Unternehmen im Rahmen des flexibel konfigurierbaren Custer 1350 auch die PCI-X-Coprozessor-Karten von ClearSpeed – allerdings offenbar nicht für Cluster-Knoten im Blade-Format, sondern in gewöhnlicher Rack-Gehäuse-Bauweise. Für den Cluster-Einsatz empfiehlt IBM etwa die System-x-Server x3455, x3655 und x3755 mit den neuen Sockel-F-Opterons, aber auch Maschinen mit Woodcrest-Xeons und Power5+-Prozessoren. Die 1- und 2-HE-Systeme x3455 und x3655 besitzen jeweils einen HTX-Slot für HyperTransport-Erweiterungskarten, wofür IBM nun auch den HyperTransport-InfiniBand-HBA von Qlogic (beziehungsweise PathScale) anbietet. (ciw)