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Neue Domains: Bei ".berlin" fällt die Mauer

Nach zehn Jahren Vorarbeit ist es soweit: Berlin ist als erste Metropole mit einer der eigenen Domain im Netz. Ab sofort können Internetadressen mit ".berlin" bei zahlreichen Providern frei registriert werden.

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Die neue Top-Level-Domain ".berlin" ist seit Dienstag als weltweit erste Städte-Domain im Internet allgemein verfügbar. Zuvor hatten bereits Markeninhaber die Möglichkeit, geschützte Begriffe zu registrieren. Mit den neuen Adressen würden mehr Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten im Netz geschaffen, sagte Dirk Krischenowski, Geschäftsführer der Betreiberfirma Dotberlin, am Dienstag in Berlin. Als erste Adresse wurde am Dienstag www.wohnheim.berlin beim Provider Strato geschaltet.

Das Interesse an ".berlin" ist nach Angaben der großen Internet-Provider groß. Unter den derzeit mehr als 40 neuen Endungen steht nach Angaben von Strato die Hauptstadt-Domain ganz oben auf der Bestellliste der Interessenten. Zur Einführung bieten einige große Provider Sonderaktionen an. Bei Strato gibt es die Domain-Endung im ersten Jahr für unter 1,90 Euro, 1&1 bietet eine Adresse mit der Berlin-Endung für die ersten zwölf Monate kostenlos an.

Ab sofort können nicht nur Berliner die neue Internetadresse der Hauptstadt registrieren.

(Bild: dpa)

Die Berliner Firma Dotberlin hatte sich knapp zehn Jahre für die Registrierung der ".berlin"-Endung eingesetzt und die dafür nötigen formalen Schritte eingeleitet. Sie wird die neue Hauptstadt-Domain nun mit Unterstützung aus Wirtschaft und Politik betreiben. Rund 50 Registrare gehören zu den Vertragspartnern.

Umsonst darf die Dotberlin die neue Domain nicht betreiben. Seit März 2012 besteht ein Kooperationsvertrag mit dem Land Berlin zum Betrieb von .berlin. Der Vertrag sichert der Stadt im ersten Jahr Einnahmen in Höhe von einer halben Million Euro zu, ab dem dritten Jahr sind es 750.000 Euro pro Jahr.

Die Adresse ".berlin" sei eine privatwirtschaftliche Idee gewesen, habe aber schnell die volle Unterstützung der Politik erhalten, sagte Senats-Sprecher Richard Meng. Erfreulich sei gewesen, dass die Initiative auch aus Berlin und nicht von auswärts gekommen sei. Vor allem Innungen und Handwerksbetriebe dürften in der neuen lokalen Endung einen großen Mehrwert sehen.

Ortsgebundene Adressen müssen laut der Regularien von der Stadt oder der Gebietskörperschaft unterstützt werden. Das sehen die Regularien der internationalen Internet-Verwaltung ICANN vor, die die historische Erweiterung des Adressraums im Juni 2011 beschlossen hatte. In einem ersten Schwung waren über 40 Endungen von der ICANN freigegeben worden, darunter etwa auch ".guru", ".bike" und ".camera".

Von den neuen Top Level Domains ist ".berlin" die erste, die zur öffentlichen Vergabe an den Start geht. Wien ist zwar bereits mit einer Städtenamen-Website im Netz vertreten, die öffentliche Registrierung wird aber erst Mitte Juli beginnen. Zahlreiche Metropolen wie Hamburg, London, New York und Tokio werden folgen. Dann würden auch Top Level Domains in verschiedenen Sprachen wie arabisch und chinesisch verfügbar sein, sagte ICANN-Vorstandsmitglied Cherine Chalaby. (mit Material der dpa) / (vbr)

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