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Neue EU-Initiative gegen Fachkräftemangel

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Die EU-Kommission hat am Freitag zu mehr Anstrengung aufgerufen, digitale Berufskompetenzen zu fördern und die offenen Stellen in Europas Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche zu besetzen. Insgesamt sind laut Kommission europaweit 700.000 Arbeitsplätze in dem Bereich unbesetzt – und der Bedarf steige jährlich um etwa 3 Prozent. Gleichzeitig sei die Zahl der Fachkräfte und Absolventen rückläufig. Den Ruf nach Besserung der Situation richtet die Kommission dabei gleichermaßen an Unternehmen wie auch an Regierungen, Bildungseinrichtungen und Sozialpartner.

"Der IKT-Sektor ist das neue Rückgrat der europäischen Wirtschaft, und gemeinsam können wir verhindern, dass eine ganze Generation ihre Chance verpasst und Europa seine Wettbewerbsfähigkeit einbüßt", erklärte EU-Kommisarin Nellie Kroes dazu. Entsprechend wolle die Kommission auch Zusicherungen einholen, was neue Arbeitsplätze, Praktika, Ausbildungsplätze, Finanzierungen von Unternehmungsgründungen, kostenlose Online-Hochschulkurse und ähnliches angeht. Kroes betonte, sie erwarte "konkrete Zusagen der Unternehmen".

Mehrere Großunternehmen wie Nokia, Telefónica, SAP, Cisco, HP, Alcatel-Lucent, Randstad, ENI, Telenor Group und ARM haben sich laut der Erklärung zum Handeln verpflichtet. Telefónica gab parallel bereits eigene Ziele bis 2015 bekannt. So hat sich das Unternehmen bis dahin unter anderem vorgenommen, über seine "Wayra" genannten Inkubatoren mehr als 1000 Startups auf die Beine zu helfen. Ebenfalls soll es groß angelegte Bildungsprogramme zu unternehmerischem Handeln und digitalen Basiskompetenzen für Schüler und Studenten geben.

Die EU-Kommission kündigte im gleichen Zuge eine Konferenz für Anfang März an, bei der auf Basis eingeholter Zusagen eine „große Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze“ ins Leben gerufen werden soll. Als Handlungsfelder werden im Appell die Verbesserung der Ausbildung in Unternehmen und neue Lehrpläne für Schulen und Universitäten benannt, ferner eine einheitliche Zertifizierung von Kompetenzen und die Schaffung eines unternehmerfreundlicheren Umfelds. Weiterer Schwerpunkt soll auch die Förderung der Mobilität auf dem Arbeitsmarkt sein, zum Beispiel durch Englischkurse oder eine Unterstützung für Arbeitslose, die dem Job nachziehen. (axk)