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Neue EU-Konsultation zum "Internet der Dinge"

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Die EU-Kommission hat am heutigen Donnerstag eine öffentliche Befragung über die Vernetzung von RFID-Chips in Alltagsgegenständen gestartet. Sie will damit in Erfahrung bringen, wie das wirtschaftliche Potenzial des viel beschworenen "Internets der Dinge" optimal genutzt und gleichzeitig der Datenschutz erhalten bleiben kann. Die Fragen drehen sich um die Aspekte Bewahrung der Privatsphäre der Bürger, die Sicherheit der ausgetauschten Informationen, möglicherweise erforderliche Aufsichtsmaßnahmen, die Implementierung von Standards und allgemeine ethische Aspekte.

Die Kommission geht davon aus, dass künftig zum Beispiel Telefone, Autos oder Kleidungsstücke mithilfe von Funketiketten Daten erfassen und austauschen können. Bereits heute besitze der Durchschnittsbürger zwei Gegenstände, die mit dem Internet verbunden seien, rechnet die Kommission vor. Bis 2015 dürften es ihren Schätzungen nach sieben sein. Weltweit verfügten dann 25 Milliarden Geräte über Funkverbindungen. Diese Zahl könne sich bis 2020 auf 50 Milliarden verdoppeln. Zu den gespeicherten Informationen gehörten Verhaltensmuster der Nutzer, ihre Aufenthaltsorte und Präferenzen, was ein ausreichendes Maß an Kontrolle über derlei Daten erforderlich mache.

Neelie Kroes, der für die Digitale Agenda zuständigen Kommissarin, schwebt ein Internet der Dinge vor, "das unseren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielen dient". Es sei daher wichtig, ethische Werte bei der Vernetzung zu beachten. Interessenten können Beiträge zur Konsultation bis zum 12. Juli in Brüssel einreichen. Auf Basis der Ergebnisse will die Kommission bis zum Sommer 2013 Empfehlungen vorlegen.

2008 hatte die EU-Kommission schon einmal eine Umfrage zu RFID-Chips und zum darauf basierenden Gerätenetz durchgeführt. 2009 legte sie Anwendern der Funktechnik nahe, die Grundrechte der Bürger zu achten. Wichtig sei ein transparenter Einsatz von "Smart Tags", die auf Wunsch des Käufers im Geschäft kostenfrei deaktiviert werden müssten. Verwendungsszenarien sollten Abschätzungen möglicher Folgen vorausgehen. Wenig später folgte ein 14-Punkte-Plan für die "nächste Stufe der Internetrevolution". (ssu)