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Neue Entwickler-Plattform TeaHub will GitHub beerben

Die europäische Entwickler-Plattform TeaHub will die Nachfolge von GitHub antreten, die von Microsoft gekauft wurde. TeaHub soll auf Non-Profit-Basis laufen.

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Free and Open Source

(Bild: Alex Holyoake)

Github gehört nun Microsoft und trotz der Versicherungen der neuen Eigentümer, dass die Plattform weiterhin unabhängig bleiben soll, suchen Betreiber etlicher FOSS-Projekte (Free and Open Source Software) nun nach Alternativen.

Das wird insbesondere aus den Statistiken über Migrationen deutlich. Gitlab, das von vielen Nutzern als Alternative gesehen wird, verzeichnete zwischenzeitlich statt rund 100 Migrationen in der Spitze bis zu 8000 Projekte pro Viertelstunde, die dorthin wechselten. Bei näherem Hinsehen könnte jedoch auch Gitlab kein sicherer Hafen sein, denn Gitlab verwendet zum einen noch Azure (Microsoft) und hat zum anderen Google Ventures als einen der Hauptinvestoren an Bord. Zuletzt flossen aus dieser Richtung 20 Millionen US-Dollar an Gitlab, so dass auch Gitlab als Übernahmekandidat gelten könnte.

Als erste Lebenszeichen der neuen Entwicklerplattform Teahub kündigt die Plattform Early-Access-Zugänge an.

Am Donnerstag ging die Ankündigung einer neue Plattform namens TeaHub online. Dahinter stecken die Entwickler Holger Wächtler, Thomas Boerger, David Schneiderbauer. Boerger und Schneiderbauer sind schon länger an der Entwicklung von Gitea beteiligt und erhalten auch von dort Unterstützung. Teahub soll komplett auf Open Source basieren und "on-premise" – also ohne Cloud-Hosting – betrieben werden.

Teahub soll dauerhaft auf Non-Profit-Basis laufen. Die Betreiber wollen auf regelmäßige Nutzungsgebühren verzichten. Ehrenamtliche Moderatoren sollen die Kosten niedrig halten und auch für die Entwicklung wird die Mitarbeit von Nutzern erhofft. Das Gründungsteam rechnet mit laufenden Kosten um 100 Euro pro Monat bei rund 75.000 gehosteten Projekten und einem vierstelligen Startkapital für die juristischen Präliminarien zur Gründung. Spenden sollen die Finanzierung sichern. Falls die finanziellen Rücklagen zu sehr sinken, soll es auch Banner mit Spendenaufrufen geben, ähnlich wie es beim Internetlexikon Wikipedia praktiziert wird.

Ein erster Testlauf soll demnächst mit einer geschlossenen Benutzergruppe starten, anschließend soll die Nutzerbasis durch Einladungen aufgestockt werden, bis hin zu einer vollständigen Freigabe, möglicherweise schon zum vierten Quartal.

Die Server sollen in Deutschland stehen. Eine DMCA-Gefahr wie etwa beim Gadgetbridge-Projekt soll es somit nicht geben. Geplant ist ein möglichst vollständiger Import von Dateien, die bislang auf Github und Gitlab gespeichert waren. (mil)