IFA

Neue Geräte sollen Kauflust wecken

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat heute Abend die Internationale Funkausstellung eröffnet.

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  • dpa

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement betonte bei der offiziellen Eröffnung der Internationalen Funkausstellung (IFA) heute Abend die Hoffnung auf ein deutliches Signal für die Konjunktur-Erholung in Deutschland. Unterdessen sollen neue Geräte und Dienste die Kauflust inmitten der Konsumzurückhaltung wecken. Die Telekom will bis 2007 in den 50 größten Städten Deutschlands Breitbandanschlüsse mit einer Übertragungsleistung von 50 Megabit pro Sekunde anbieten und setzt auf Verzahnung von Festnetz und Mobilfunk sowie einen Pauschaltarif bei Festnetz-Gesprächen. Der Mobilfunk-Anbieter E-Plus prescht mit einer Flatrate für mobile UMTS-Datendienste sowie mit Internet-Telefonie über das Handy vor.

An die neuen Breitbandleitungen von T-Com sollen die ersten Städte Mitte kommenden Jahres angeschlossen werden. Die Telekom lässt sich den kompletten Neuaufbau der Glasfasernetze zusätzlich zur bestehenden DSL-Infrastruktur drei Milliarden Euro kosten. Mit der Durchsatzrate von 50 MBit/Sekunde könnten über die Leitungen alle möglichen Multimedia-Dienste inklusive TV-Empfang laufen. Clement sprach von einem "mutigen Schritt, der alle Achtung verdient". Er zeuge davon, dass das Investitionsklima in Deutschland stimme. Deutschland könne mit dieser Investition "wieder Anschluss an die internationale Liga der Volkswirtschaften gewinnen".

Mit den neuen Angeboten der Telekom-Konzerne werden bisherige Geschäftsmodelle auf lange Sicht umgeworfen. Die Gesprächs-Flatrate für das Festnetz, gegen die sich die Telekom jahrelang gesträubt hat, soll 40 Euro im Monat kosten. Mit dem Festnetz-Handy werden die Kunden zu Hause über das Festnetz und unterwegs über eine Mobilfunk- Verbindung telefonieren können. Die Telekom will das Gerät im zweiten Quartal 2006 auf den Markt bringen. Die neuen Angebote sollen den Umsatzrückgang in der Festnetzsparte ausgleichen. Zugleich rüstet die Mobilfunk-Tochter T-Mobile ihr UMTS-Netz zum Frühjahr auf eine Geschwindigkeit von bis zu 1,8 MBit pro Sekunde auf.

Der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus stößt mit der Kombination aus einer UMTS-Datenflatrate und der Internet-Telefonie auf dem Handy in einen ganz neuen Bereich vor. E-Plus-Kunden können ohne Zeit- und Volumenbegrenzung zum monatlichen Festpreis von 40 Euro mobil im Internet surfen. Die Gespräche über das Internet werden über den Anbieter Skype abgewickelt, E-Plus liefere dabei den mobilen Datenzugang per UMTS, sagte Firmenchef Uwe Bergheim der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Die digitale Technik dominiert unterdessen endgültig den Markt für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz mit digitalen Geräten werde in diesem Jahr um 23 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro steigen, berichtete der Bitkom. Die Erlöse mit analogen Geräten gehen dagegen um 17 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zurück. Insgesamt rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von acht Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.

Die Elektronik-Hersteller stoßen mit ihren neuen Geräten auf der IFA auch in neue Produktkategorien vor. So stellte der Branchenriese Philips heute einen Media Center PC für das Wohnzimmer vor, der wie ein DVD-Recorder aussieht und auf einem Intel-Chip aufgebaut ist. Das Gerät kann Filme oder Musik über Fernseher oder HiFi-Anlage abspielen, DVDs brennen und ist für hochauflösendes Fernsehen gerüstet.

Laut der Studie "Trends der IFA 2005", die das Magazin stern veröffentlichte, wird der Computer von vielen bereits als Multimedia-Player fürs Wohnzimmer genutzt: Rund 4 Millionen der insgesamt 31,6 Millionen Computerbesitzer spielen Musikdateien vom Rechner über die HiFi-Anlage ab und bei 2,6 Millionen Nutzern flimmern Filme vom Computer auf den Fernseher. (dpa ) / (anw)