Neue KI-Dienste für Adobe Experience Cloud

Adobe will Nutzern der Experience Cloud mit künstlicher Intelligenz helfen, unstrukturierte Kundendaten auszuwerten, um potenzielle Käufer gezielt anzusprechen.

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Die Adobe Experience Cloud vereint Web-Dienste für Marketing, Analyse, Werbung und Handel. Sie gibt abhängig vom Nutzerprofil Webseiten, E-Mails oder Social-Media-Werbung mit personalisiertem Layout und Inhalt aus und hilft damit Firmen, ihre Kunden gezielt anzusprechen. Schon vorher setzt die Experience Cloud auf das Adobe-eigene KI-Framework Sensei. Nun soll es Unterstützung von fünf neuen Diensten bekommen, von denen aktuell zwei zur Verfügung stehen. Die übrigen drei sollen später folgen.

Kundendaten liegen laut Adobe verteilt in "Silos", beispielsweise in Google Analytics oder Adobe Analytics. Das erschwert es, die Kundenprofile in Echtzeit zu aktivieren, um eine Web-Experience auf den Mausklick eines Nutzers hin anzupassen. Insbesondere in Deutschland kommt die Frage hinzu, welche Daten Unternehmen verwenden dürfen, um Werbung einzuspielen.

Die Adobe Experience Cloud greift über verschiedene APIs auf solche Kundendaten zu. Adobe arbeitet mit Microsoft, SAP und anderen Partnern zusammen, um ein einheitliches, strukturiertes Datenmodell zu schaffen, das einen "360-Grad-Blick" auf den Kunden wirft. Adobe behält nach eigenen Angaben im Blick, welche Daten für welchen Zweck DSGVO-konform verwendet werden dürfen.

Im Kundenprofil führt die Experience Cloud Daten zum Nutzerverhalten zusammen.

Die neuen KI-Dienste ordnen sich in die bestehenden Experience-Cloud-Komponenten Advertising Cloud, Analytics Cloud, Commerce Cloud und Marketing Cloud ein. Alle Dienste stellt die Experience Cloud über ein Web-Dashboard zur Verfügung.

Das Dashboard gibt unter anderem Zugriff auf Kundendaten. Ein Kundenprofil kann neben Namen, Alter und Kontaktdaten auch die Interaktion mit Webseiten, Apps und dem Kundendienst enthalten. Statistische Verfahren von Adobe werten aus, über welche Kanäle, wie oft und wann das Marketing mit dem Kunden kommunizieren sollte.

Der Dienst "Customer AI" wertet auf Basis des Kundenverhaltens aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kunde welches Produkt kauft. Er dient dazu, Zielgruppen zu identifizieren und passende Produkte zu bewerben. Diese Zielgruppen lassen sich zusammenfassen, um beispielsweise alle Profile einer Gruppe mit einem Damenmantel oder einem Familienauto zu bewerben.

Mit "Attribution AI" will Adobe ermitteln, zu welchem Zeitpunkt eine Marketing-E-Mail oder eine Social-Media-Werbeanzeige Erfolg versprechen. Marketingteams können mit dem Tool die inkrementelle Wirkung eines solchen, sogenannten "Touch-Points" quantifizieren. Balkendiagramme zeigen im Dashboard beispielsweise an, über welche Kanäle wie viele Bestellungen eingegangen sind.

Beide Dienste sind ab sofort verfügbar, die übrigen drei KI-Dienste sind bisher ohne Termin angekündigt. "Journey AI" unterstützt Marketer bei der Wahl der optimalen Frequenz zur Kundenansprache, damit die Kunden nicht vor lauter Bombardement genervt die Segel streichen. Der „Fatigue Score“ reduziert die Ansprachehäufigkeit automatisch, um keine Kunden zu verlieren.

"Content & Commerce AI" hilft bei der Wahl von Farben, Themenvorlagen und Produktempfehlungen auf Grundlage von Benutzerpräferenzen. "Leads AI" soll helfen, neue Kunden oder bestehende Kunden it neuen Produkten anzusprechen. Über "Behavioural Signals" soll der Dienst in Echtzeit vorhersagen können, welche Kunden konvertieren werden, und darüber personalisierte Kampagnen ausspielen. (akr)