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Neue Klage der Musikindustrie gegen Napster

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Die amerikanische Musikindustrie hat eine weitere Klage gegen die Musik-Tauschbörse Napster angekündigt. Von der Internet-Plattform könnten immer noch geschützte Titel heruntergeladen werden, begründete die Vereinigung der Amerikanischen Musikindustrie (RIAA) ihren Schritt. "Es ist klar, dass Napster sich nicht an das Gerichtsurteil hält, geschütztes Material zu sperren", sagte ein Sprecher der RIAA. Nächste Woche werde der Verband eine Unterlassungsklage einreichen.

Nach Angaben von Firmen, die den Austausch im Internet beobachten, hat Napster die geschützten Titel auf der Webseite lediglich um die Hälfte reduziert. Die Tauschbörse selbst gab bekannt, sie habe seit dem 12. März mehr als 200.000 Songs herausgefiltert, bei denen nach Angaben der Plattenindustrie Verletzungen des Urheberrechts vorlägen. Um die Stücke zu sperren, berücksichtige Napster zusätzlich insgesamt 1.186.000 Variationen bei Dateinamen; damit benutze die Tauschbörse nunmehr über 228.569 Kombinationen aus Künstler- und Stücknamen und über 1.300.000 Variationen bei den File-Titeln. Die über Napster verfügbaren Stücke seien inzwischen um rund 50 Prozent gesunken, lobt die Tauschbörse die Statistiken, die auch die Beobachter bestätigen, selbst: Während vor Einführung des Filter-Systems ein Napster-User im Durchschnitt 220 Songs zum Tausch anbot, seien es nun nur noch rund 110 Stücke, erklärte die Tauschbörse.

Nach der einstweiligen Verfügung eines Berufungsgerichts in Kalifornien vom 6. März müsste Napster längst alle geschützten Titel herausgefiltert haben. Die Tauschbörse warf den Labels aber bereits bei der Vorlage ihres Berichts an das zuständige Bezirksgericht vor, sie untergrabe die Bemühungen Napsters durch unvollständige Listen und falsche Dateinamen. Nach Angaben von Napster stehen im Urheberrechts-Streit ab kommenden Dienstag bis zum 10. April fünf Gerichtstermine an. (jk)