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Neue Konkurrenz für Uber: Googles App Waze koordiniert Mitfahrgelegenheiten

Der Fahrdienst-Vermittler Uber muss zunehmend mit einer erstarkenden Konkurrenz umgehen. Während Apple Didi Chuxing gestärkt hat, setzt die Google-Holding Alphabet nun auf Waze. Mit Waze Carpool können sich Fahrgemeinschaften zusammenfinden.

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Waze will nun auch Mitfahrgelegenheiten organisieren

(Bild: Waze)

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Die Google-Holding Alphabet versucht sich einen Teil des stark wachsenden Mifahrgelegenheits-Marktes zu sichern. Mittels der Verkehrs- und Navigations-App Waze sollen sich Pendler in und um San Francisco zu Fahrgemeinschaften zusammenfinden können. Das hat Waze am Montag erklärt. Das neue Angebot heißt Waze Carpool, die dazugehörige App "Waze Rider". Das Angebot ist zunächst nur auf die Mitarbeiter einiger Firmen beschränkt.

Mitfahrende sollen Fahrern laut Wall Street Journal pro gefahrener Meile 54 Cent zahlen. In der Pilotphase will Alphabet auf seinen Anteil verzichten. In der Testphase kooperiert Waze mit nur einigen ausgewählten Firmen. Interessierte Unternehmen können sich aber auch bei Waze um eine Teilnahme bewerben. Mitfahrsuchende müssen zu den kooperierenden Firmen gehören. Eine unabhängige Registrierung ist nicht möglich. Für Waze-Fahrer gilt die Beschränkung nicht.

Mitfahrgelegenheitsuchende in den Testregionen sollen die App "Waze Rider" nutzen, Fahrer die bisherige App "Waze".

(Bild: Waze)

Waze-Fahrer sollen vorgeschlagene Touren ablehnen können. In der Testphase wird jeweils nur ein Mitfahrer für einen Fahrer freigegeben. Mitfahrende müssen auch mindestens 18 Jahre alt sein und dürfen nicht noch weitere Mitfahrer mitbringen. Fahrer sollen mindestens 21 Jahre alt sein. Die Zahl der Fahrten wird zunächst auf zwei Fahrten pro Tag beschränkt und soll so ausschließlich den Arbeitsweg abdecken.

Eigentlich kooperiert Alphabet mit dem Taxi-Unternehmen und Fahrdienst-Vermittler Uber. Im Jahr 2013 investierte Google Ventures noch 250 Millionen US-Dollar in Uber. Danach konnten Uber-Fahrten über Google Maps gebucht werden. Zwar hat sich Alphabet erst kürzlich mit Ford, Volvo, Uber und Lyft zu einer Lobby-Gruppe für selbstfahrende Autos zusammengeschlossen, aber mit Waze Carpool macht sich das Unternehmen unabhängiger von den Fahrdienst-Vermittlern.

Für Uber dürfte dieser Schritt eine weitere Kampfansage sein, denn seit der vergangenen Woche ist klar, dass Apple eine Milliarde US-Dollar in den chinesischen Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing investiert. Und General Motors hat dem Konkurrenten Lyft mit 500 Millionen US-Dollar den Rücken gestärkt, um die Entwicklung von autonomen Taxis anzukurbeln.

Bereits ab Sommer 2015 wurde Waze Carpool in Israel getestet. Zu diesem Zeitpunkt hieß der Dienst allerdings noch Waze RideWith. Das Projekt startete zunächst in den Städten Tel Aviv, Herzlija und Raanana. Waze wurde von dem israelischen Startup Waze Mobile entwickelt und im Jahr 2013 von Google gekauft. (kbe)