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Neue Linux-Kernel bringen Performance-Verbesserungen

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Der kürzlich veröffentlichte Kernel 3.0.39 sowie der in Kürze erwartete Kernel 3.2.25 bringen nicht nur kleinere Korrekturen und Erweiterungen, sondern auch eine ganze Reihe von Performance-Optimierungen. Damit wandelt sich die Strategie bei der Pflege älterer Kernel-Versionen etwas, denn solche Anpassungen waren bei Stable- und Longterm-Kerneln bislang unüblich, um das Einschleppen von Fehlern möglichst zu vermeiden.

Den Weg dazu hatten der Suse-Kernel-Entwickler Mel Gorman sowie Stable- und Longterm-Kernel-Betreuer Greg Kroah-Hartman bereits während der Entwicklung von Linux 3.5 gelegt, als sie eine Erweiterung der Regeln für Stable- und Longterm-Kernel vornahmen. Sie erlaubt Änderungen, die für die Performance- oder das Interaktivitätsgefühl wichtige Probleme ausräumen, obwohl bei solchen Eingriffen das Risiko größer ist, dass die gut gemeinten Änderungen neue Fehler verursachen. Wie bisher müssen solche Änderungen oder ein Äquivalent zuvor in den Hauptentwicklungszweig von Linux eingezogen sein, sofern das Problem dort auch besteht.

Die jetzt eingebrachten Änderungen hat Gorman zusammengetragen und vorab zur Begutachtung an die Mailingliste der Kernel-Entwickler gesandt. Die meisten der dort sehr detailliert beschriebenen Änderungen sind in Linux 3.0.39 eingezogen oder sollen Bestandteil von 3.2.25 werden.

Typische Linux-Systeme dürften durch die Anpassungen allerdings nicht spürbar schneller werden. Bei bestimmten Umgebungsbedingungen sollten sich die Kernel allerdings besser verhalten oder flotter arbeiten, wie etwa die Kommentare zu zwei der aufgenommenen Änderungen erläutern (1, 2); auf einem SGI-UV-System mit 640 Prozessorkernen soll etwa der Datendurchsatz von 300 auf 430 MByte pro Sekunde steigen, wenn 120 Threads parallel auf ein Dateisystem im Arbeitsspeicher (Tmpfs) schreiben.

Zur aktuellen Entwicklung beim Linux-Kernel siehe auch:

(thl)

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