Neue Lösung für Aktenpuzzles

Eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität München hat ein Softwaresystem entwickelt, mit dem sich zerrissene Akten rekonstruieren lassen. Das System soll zur Restaurierung zerstückelter Stasi-Akten eingesetzt werden.

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Eine Arbeitsgruppe um Angelika Steger am Institut für Informatik der Technischen Universität München hat ein Softwaresystem entwickelt, mit dem man zerrissene Akten wieder rekonstruieren kann. Das System, das zur Restaurierung zerstückelter Stasi-Akten eingesetzt werden soll, wird am 20. Mai 2003 in Garching öffentlich vorgestellt. Marianne Birthler, die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, wird sich über die Möglichkeiten der Software vor Ort informieren und einen Vortrag über die Arbeit ihrer Behörde halten.

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR versuchte ab Ende 1989 in großem Umfang, Akten mit belastendem Material zu vernichten. Da die maschinellen Aktenvernichter überlastet waren, wurde ein Großteil der Akten dabei lediglich von Hand zerrissen. Diese Akten lagern jetzt in den Archiven der Bundesbehörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (Gauck-Behörde). Insgesamt sind es rund 17.000 Säcke mit jeweils etwa 2000 zerrissenen Seiten. Seit 1995 sind 25 Mitarbeiter damit beschäftigt, die Unterlagen wieder von Hand "zusammenzupuzzeln". Bislang ist dies jedoch lediglich bei knapp 300 Säcken gelungen.

Technische Einzelheiten über ihr Computersystem wollten die Münchener Wissenschaftler bislang nicht verraten. Verschiedene Institute und Firmen hatten bereits Lösungen vorgestellt, die jedoch nicht von der Bundesbehörde akzeptiert wurden. So hatte die Firma SER aus Neustadt/Wied bereits vor drei Jahren eine Demoversion ihrer Software vorgestellt, die die dreidimensionale Struktur der Risskanten analysiert. (wst)