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Neue Opterons für Single- und Dual-Socket-Server

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Tyan S8226 mit zwei C32-Fassungen.

(Bild: Tyan (Mitac))

AMD schließt das Bulldozer-Update ab: Nach Opteron 6300 (Abu Dhabi) und dem Desktop-Prozessor FX (Vishera) kommen nun die Opteron-Baureihen 3000 (Fassung AM3+) und 4000 (C32) in den Genuss verbesserter Piledriver-Kerne. Vom Opteron 3300 alias Delhi gibt es drei Versionen mit vier oder acht Kernen, 1,9 bis 2,8 GHz Taktfrequenz (plus Turbo) und 25, 45 oder 65 Watt TDP. Beim Opteron 4300 (Seoul) für Single- oder Dual-Socket-Serverboards kann man zwischen sechs Ausführungen wählen, die vier, sechs oder acht Kerne besitzen. Die sparsamste Version 4310 EE mit 35 Watt TDP bringt es auf 2,2 GHz plus Turbo, außerdem gibt es 65-Watt-(HE-)Ausführungen mit sechs oder acht Kernen und der leistungsfähigste Opteron 4386 braucht bei 3,1 GHz 95 Watt.

Anscheinend plant AMD für die Opterons jetzt länger keine Updates; die noch im Juni für 2013 versprochenen Steamroller-Versionen aus der 28-Nanometer-Fertigung sind wohl gestrichen oder kommen später. Auf der Veranstaltung World Hosting Days in Amsterdam präsentierte eine Vertreterin von AMD jedenfalls eine aktualisierte Roadmap (PDF-Datei), wonach die Piledriver-Cores in Servern erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 abgelöst werden sollen.

Die aktuelle Server-Roadmap von AMD: Erst 2014 sollen die ersten 28-nm-Opterons erscheinen.

(Bild: AMD)

Deshalb werden die Plattformen G34 (Opteron 6300), C32 (4300) und AM3+ (3300) noch länger im Rennen bleiben. Das ist einerseits ein Vorteil, weil es Auf- und Umrüsten erleichtert und auch kaum neue Treiber für Server-Betriebssysteme nötig sind. Andererseits fehlt den mittlerweile drei Jahre alten HyperTransport-3-Chipsätzen der Familie SR5600 PCI Express 3.0 und SATA 6G.

Single-Socket-Serverboards für einen Opteron 3300 wie das MSI MS-S0231 sind im Einzelhandel schwer zu finden.

(Bild: MSI)

Im Einzelhandel sind die wenigen erhätllichen Single-Socket-Serverboards für Opterons teurer als solche für Intels Xeon E3-1200, Opterons der Reihe 3000 scheinen auch kaum einzeln erhältlich zu sein. AMD zielt also anscheinend vor allem auf OEM-Kunden, die Server herstellen, und empfiehlt diese CPU-Baureihe beispielsweise Web-Hostern. Im Prinzip könnte ein Opteron 3300 wohl auch auf anderen AM3+-Boards mit Desktop-PC-Chipsätzen funktionieren, allerdings unterstützen nicht alle davon auch ECC-Speicher.

Jeder Opteron der Baureihe 4300 bindet bis zu sechs Speichermodule an, auch Registered DIMMs (RDIMMs) sind zulässig. Mit teuren 32-GByte-RDIMMs wären pro CPU theoretisch 192 GByte RAM möglich, also 384 GByte pro Dual-Socket-Board oder 24 GByte pro Kern, wenn man zwei Octo-Core-Prozessoren einbaut. Allerdings ist kein C32-Mainboard zu finden, welches für drei 32-GByte-RDIMMs pro Speicherkanal freigegeben wäre – die LR-DIMMs für Xeons passen nicht. Realistischer sind also 96 GByte pro CPU mit bezahlbaren 16-GByte-Dual-Rank-RDIMMs. (ciw)