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Neue Satelliten für Iridium

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Der Mobilfunksatellitenbetreiber Iridium will seine Satelliten-Infrastruktur mit dem bereits 2007 angekündigten Projekt "Iridium Next" erneuern. Der französische Satellitenhersteller Thales Alenia Space soll dafür insgesamt 81 Satelliten liefern, teilte Iridium am Dienstag in McLean (US-Bundesstaat Virginia) mit. Iridium Next besteht aus 66 Satelliten, die das in die Jahre gekommene derzeitige Satellitennetz ersetzen sollen, sowie sechs Ersatzsatelliten im Orbit und weiteren neun, die zunächst am Boden bleiben sollen.

Die ersten Satelliten sollen den derzeitigen Plänen zufolge im Frühjahr 2015 ins All geschossen werden. Bis 2017 soll das neue Satellitennetz komplett auf Umlaufbahn sein. Das Unternehmen beziffert die Gesamtkosten für Iridium Next inklusive Entwicklung, Herstellung und Transport in den Orbit auf 2,9 Milliarden US-Dollar. Davon sollen rund 2,1 Milliarden US-Dollar auf die Entwicklung und den Bau der künstlichen Himmelskörper entfallen, weitere 800 Millionen sind für den Transport ins All veranschlagt. Die französische Regierung bürgt für einen Großteil der benötigten Finanzierung von 1,8 Milliarden US-Dollar, die bis Sommer unter Dach und Fach sein soll.

Ab 2015 sollen neue Satelliten für Iridium um die Erde kreisen.

(Bild: Iridium)

Unterdessen soll Thales Alenia Space bereits jetzt mit der Entwicklung der Satelliten beginnen, der ebenfalls zunächst beteiligte US-Konzern Lockheed Martin ist aus dem Rennen. Das wird die mit dem Satellitenbetreiber eng verbundene US-Regierung nicht freuen. Laut Wall Street Journal sind allerdings gut 40 Prozent der Arbeiten in den USA geplant. Darüber hinaus soll ein Teil des Auftragsvolumens auf den US-Konzern Boeing entfallen, der ebenfalls Teil der bewegten Unternehmensgeschichte Iridium ist.

Iridium bietet nach einem Fehlstart über sein Satellitennetz weltweit Mobilfunkdienste an. 1998 war das erste Satellitennetz des von Motorola gegründeten Betreibers in Betrieb gegangen, kurze Zeit später folgte der Gang vors Konkursgericht. Nachdem die 66 Satelliten zunächst verschrottet werden sollten, sprang das US-Verteidigungsministerium mit einer Finanzspritze ein. Später übernahm eine Investorengruppe, zu der zunächst auch Boeing gehörte, den Satellitenanbieter. Das Pentagon gehört zusammen mit anderen amerikanischen und internationalen Regierungsorganisationen noch heute zu den Nutzern des Dienstes, der die Zahl seiner Kunden mit über 359.000 angibt. (vbr)