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Neue Spekulationen um Skype-Verkauf

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Dass eBay-CEO John Donahoe nicht sonderlich glücklich mit der Integration der im Jahr 2005 für rund 3 Milliarden US-Dollar übernommenen VoIP-Tochter Skype in das Stammgeschäft des kalifornischen Konzerns ist, ist allgemein bekannt. Im vergangenen Frühjahr erklärte Donahoe gegenüber der Financial Times, dass Skype zwar an sich ein tolles Unternehmen sei, doch sollten sich die gewünschten Synergieeffekte mit dem Auktionsgeschäft nicht endlich einstellen, könnte eine Neubewertung und letztlich sogar ein Verkauf zum Jahresende anstehen.

Nun ist der Jahreswechsel vollzogen – und eBay von der Wirtschaftskrise gepackt worden: Im vierten Quartal mit dem traditionell starken Weihnachtsgeschäft setzte das Unternehmen nur noch 2,04 Milliarden US-Dollar (1,58 Milliarden Euro) und damit 145 Millionen US-Dollar weniger um als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der Nettogewinn ging von 531 Millionen (611 Millionen ohne besondere Belastungen) um 31 Prozent auf 367 Millionen US-Dollar zurück.

Der Zeitpunkt für den Abwurf von Ballast – Skype kann zwar mit kontinuierlichen Zuwachsraten im zweistelligen Prozentbereich bei den Nutzerzahlen aufwarten, doch die meisten Kunden nutzen den kostenlosen Service, was erwarten lässt, dass der VoIP-Anbieter immer noch nicht profitabel arbeitet – wäre also nicht der schlechteste, vorausgesetzt, es findet sich ein Bieter, der bereit ist, zumindest einen Teil des deutlich überhöhten Preises von 2005 auf den Tisch zu legen.

Und so verstehen Brancheninsider die jüngste Aussage John Donahues, wonach Skype "ein klasse eigenständiges Unternehmen" sei, als indirekte Aufforderung zur Gebotsabgabe. "Sie werden intern kalkuliert haben, was das Geschäft wert ist und machen nun nach außen hin klar, dass Skype nicht zum Kern der künftigen Ausrichtung von eBay gehört", erklärte etwa der Investmentbanker Larry Witt gegenüber der britischen Tageszeitung Times. Als potenzielle Skype-Interessenten werden laut Times unter anderem der Suchmaschinenbetreiber Google gehandelt, der den Dienst mit seiner Kommunikationslösung Google Talk verknüpfen könnte, sowie US-Telcos wie AT&T oder Verizon. (pmz)