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Neue Spendenseite für Wikileaks und andere Projekte

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Die Spenden-Website der Freedom of the Press Foundation (FPF) ist in den USA an den Start gegangen. Der Besucher bestimmt dort , wieviel er spenden will und kann gewichten, welcher Organisation oder welchem Projekt das Geld zugedacht ist. Die Spenden-Website will "Finanz-Blockaden" gegen kritische Organisationen wie Wikileaks durchbrechen: Deren Blockade durch Firmen wie Paypal, Visa und Mastercard gab den Anstoß zur Einrichtung der Website. Akzeptiert werden die Kreditkarten von American Express, Visa, Mastercard und Discover sowie Paypal und Google Checkout.

Die Spenden-Seite der Freeodom of Press Foundation

Das Crowdfunding von Freedom of the Press arbeitet mit einem Spendenmechanismus, der gebündelte Spenden attraktiv machen soll. Neben Wikileaks (beschrieben als unabhängiger, gemeinnütziger Online-Publisher) kann man für die US-amerikanischen Organisationen Muckrock, für das National Security Archive und The Uptake spenden. Die Spendenbeträge können mit einem Schieberegler aufgeteilt werden, auch ist eine Gesamtspende für Freedom of the Press möglich. Vom Konzept her erinnert die Spenden-Website an die Spendensammlung der nun wieder als gemeinnützig anerkannten Wau Holland-Stiftung, die ebenfalls für verschiedene Projekte wie Wikileaks, Tor und Jabber sammelt. Im Verlaufe des Jahres sollen weitere Projekte auch internationaler Art angebunden werden.

Als Gründer der Freedom of the Press Foundation haben eine Reihe von prominenten US-Bürgern die Aktion mitgezeichnet und einen Sitz im Verwaltungsrat eingenommen, unter ihnen Daniel Ellsberg, der Whistleblower der Pentagon Papers, und der Filmemacher und Schauspieler John Cusack. Als geschäftsführender Direktor der FPF firmiert Trevor Timm, ein Aktivist der Electronic Frontier Foundation. Für Timm ist die Aktion der FPF das "Rote Kreuz des Journalismus", das allen Gruppen helfen will, die sich um Meinungsfreiheit und Transparenz kümmern. Nach Angaben von FPF werden die Zahlungen, die über das Payment Gateway laufen, soweit anonymisiert, das Behörden nicht ermitteln können, wer wieviel für Wikileaks oder eine andere Organisation gespendet hat. Auf Kreditkarten-Abrechnungen werde nur "Freedom of the Press" und ein Geldbetrag genannt.

In einer ersten Stellungnahme spricht Wikileaks davon, dass man jetzt einen Krieg gegen die Bank-Blockade führe. Für den kommenden Donnerstag ist eine Rede des Wikileaks-Gründers Julian Assange am Fenster der ecuadorianischen Botschaft in London zu diesem Thema und zur geplanten Wikileaks-Partei in Australien angekündigt. Assange genießt in der Botschaft politisches Asyl, nach dem alle seine Einsprüche gegen eine Auslieferung nach Schweden vor Gericht scheiterten. In Schweden soll Assange in einem Verfahren aussagen, in dem er der sexuellen Belästigung und der Vergewaltigung in einem minderschweren Fall beschuldigt ist.

Derzeit gibt es noch keine Stellungnahmen der Kreditkartenfirmen oder von Google Checkout bzw. von Paypal. In der Vergangenheit hat es ähnliche Versuche gegeben, Spenden an Wikileaks über ein Payment-Gateway weiterzuleiten. Sie wurden von den Kreditkartenunternehmen ausgehebelt, indem die Finanzdienstleister informell angewiesen wurden, solche Zahlungen nicht zu akzeptieren. Eine solche Blockade erfuhr die isländisch-schweizerische Firma Datacell mit ihrem Zahlungs-Gateway für Wikileaks. Sie gewann im Sommer 2012 in erster Instanz die Klage gegen den beauftragten Finanzdienstleister, doch dieser ging unverzüglich in Berufung. (jk)