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Neue Tastaturen für Behinderte

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Diese zehn Tasten ersetzen eine Standard-Tastatur

Körperliche Behinderungen können vielerlei Ursachen haben: Schlaganfall, Querschnittslähmung, Parkinson, Muskelschwund und unzählige andere Krankheiten oder Unfälle. Allen gemeinsam ist, dass vormals selbstverständliche Tätigkeiten nicht mehr ausführbar sind und dass die spezielle Behinderung in fast jedem Fall anders gelagert ist -- Standard-Lösungen gibt es nicht. Auf einer Weiterbildungsveranstaltung für Betreuer, Therapeuten, Krankenkassen und technische Berater stellte die Firma TFB, Technik für Behinderte zwei neue Tastaturen vor. Das kleinere Modell ist für Personen geeignet, die noch eine Hand bewegen können, aber trotzdem viel schreiben wollen. Die 102 Tasten einer üblichen Tastatur wurden auf insgesamt zehn Tasten eingedampft, die dann jeweils in Kombinationen betätigt werden. Durch eine geschickte ergonomische Anordnung gelingt es nach Angaben der Entwickler Betroffenen, mit einer entsprechenden Lernsoftware innerhalb von wenigen Wochen umzulernen und schließlich die gleiche Anzahl von Anschlägen zu erreichen wie normal trainierte nicht behinderte Menschen. Die Tastatur kann ohne spezielle Treiber direkt an einen Standard-PC angeschlossen werden.

Ein Joystick-ähnliches Steuerelement verschiebt den Leuchtpunkt

Das zweite Modell ist für schwerere Behinderungen gedacht, wenn beispielsweise nur noch ein Finger benutzt werden kann oder nur noch die Lippen. Voraussetzung ist aber eine Rest-Motorik für Vorwärts/Rückwärts- und Rechts/Links-Bewegungen -- so wie sie früher bei den ganz alten Joysticks mit Tastenkontakten üblich war. Damit steuert der Patient einen Leuchtpunkt auf einem kleinen Interface in vier Richtungen und verzweigt von dort wieder in vier Richtungen und anschließend in eine weitere Unterebene. Ausgelöst wird der Tastenkontakt für den entsprechenden Buchstaben dann durch Loslassen des Kreuzknüppels mit folgendem Rücksprung in die mittlere Ausgangspostion. Hier berichten die Hersteller von ganz erstaunlichen 60 Anschlägen pro Minute.

Einen allgemeinen Überblick über elektronische Hilfen für Behinderte findet man beim Bundesfachverband Elektronische Hilfsmittel für Behinderte e.V. (roe)