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Neue Top Level Domains: .diamonds kosten extra

Nic.berlin, nic.uno – ja, diese Orte existieren schon im Netz. Über 100 neue TLDs sind schon in der Rootzone eingetragen, meldete jüngst die ICANN. Nun gibt es bald die ersten englisch-sprachigen Namen für jedermann.

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Security.guru, monikas.bike oder diese.singles gefällig? Seit Mittwoch sind die ersten neuen Domains zu haben. Das meldete die US-Anbieter Donuts, einer von mehreren großen Top Level Domain-Boutiquen, die in den kommenden Monaten Hunderte neuer Namensendungen auf den Markt werfen.

Wer auf deutsche TLDs wartet, muss sich noch ein wenig gedulden. .berlin startet am 18. März, nachdem sich Markeninhaber bereits bedient haben. .ruhr gibt es nach einer Sunrise-Phase ab dem 27. März für jedermann. Wer im Ruhrpott wohnt, bekommt allerdings einen Monat Vorsprung.

Nach jahrelangen Debatten hatte sich die Internet-Verwaltung ICANN erst 2011 endgültig dazu durchgerungen, den Internet-Namensraum zu öffnen und neue Adresszonen einzuführen. Damit etabliert die ICANN ein reguläres Verfahren für die fortgesetzte Beantragung neuer Adresszonen im Stil von .com oder .biz, mit dem sich nahezu beliebige Begriffe für Top Level Domains auswählen lassen.

Die ICANN hatte das komplizierte und teure Bewerbungsverfahren für neue Internet-Adresszonen wie ".berlin", ".music" oder ".sport" Anfang 2012 gestartet; nach einigen Pannen, die zur vorübergehenden Aussetzung des Verfahrens führten, konnten Bewerber endlich im Mai 2012 ihr Begehr für neue Top Level Domains vorbringen - was dann nach einigen Querelen, vielen technischen Problemen sowie langwierigen (und teuren) Antrags- und Genehmigungsverfahren zu ersten Ergebnissen führte.

.bike, .clothing, .guru, .holdings, plumbing, .singles, .ventures sind nun nur der Anfang, wirbt Donuts in seiner Meldung. Jede Woche will man neue hinzufügen, ab kommende Woche zu haben: .camera, .equipment, .estate, .gallery .graphics, .ligthing und .photography. Am 7. Februar kommen zur Abwechslung zwei TLDs, die nicht von Donuts betrieben werden: .menu und .uno. Beide sind allerdings ebenfalls US-Registries, auch wenn sich .uno konkret an die 490 Millionen Spanisch sprechenden Internetnutzer richtet.

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), die noch dabei ist den Berg von Bewerbungen abzuarbeiten, zog jüngst Bilanz: Mehr als 100 neue Namen sind schon in der Rootzone, und damit fünf mal mehr generische TLDs als noch vor wenigen Monaten. Über 200 weitere Verträge mit TLD-Registries sind schon unterschrieben und können demnächst in die Rootzone. Allerdings gibt es noch genug zu tun, bis ICANN die Liste der Neubewerber abgearbeitet hat. Das ebenfalls an einen US-Backend-Registrybetreiber vergebene .bayern ist beispielsweise auf Listenplatz 1552.

Ab März kommen überdies 200 begehrte Namensendungen unter den Hammer, für die jeweils mehrere Unternehmen Bewerbungen abgeliefert habe. Losgehen soll es laut dem Fachdienst Domain-Recht nach mehreren nicht-englischen Namen mit .play, .dog, .party, .energy und .food. Besonders begehrt sind dabei TLDs wie .app, um das ein Dutzend Bewerber einschließlich Google, Amazon und Afilias ringen.

Während die ICANN die Auktionen gerne innerhalb eines Jahres abschließen möchte, befürworten einige der großen Bewerber eine bessere Spreizung – ihr Geld könnte wohl sonst knapp werden. Wie gut das Geld für die neuen TLDs angelegt ist, ist dabei noch offen.

Angesichts der beträchtlichen Bewerbungskosten für die neuen TLDs werden auch die neuen Domains im Schnitt teurer. Monikas.bike schlägt bei einem Registrar wie 1&1 etwa mit 3,99 Euro pro Monat zu Buche – ein Resultat der höheren Einkaufskosten, wie es bei 1&1 heißt. Etwas billiger (29 Euro pro Jahr) geht es bei United Domains zu, aber nicht bei allen neuen Domains. Monikas.clothing und – natürlich – monikas.diamonds werden etwas teurer.

[Update 30.01.2014 - 13:45 Uhr] Gegenüber heise online hat Strato inzwischen darauf hingewiesen, dass man etwa monikas.bike für 1,99 Euro pro Monat anbiete. (mho)

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