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Neue Top-Level-Domains: .sex ist out, .app begehrt

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Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat am Mittwoch die Liste mit 1930 Bewerbungen für neue Top Level Domains (TLDs) veröffentlicht. Eine ganze Reihe dieser Namen sind hart umkämpft, wie ICANN-CEO Rod Beckstrom anlässlich der Bekanntgabe in London erklärte. Für 231 dieser Namen liegen jeweils mehrere Bewerbungen vor.

Dabei ist nicht ".sex" die begehrteste TLD – nur .xxx-Betreiber ICM hat sich um diese Domain beworben. Vielmehr macht ".app" das Rennen und ist mit 13 Bewerbungen die gefragteste neue Adresszone. Bei den Apps kommen sich gleich mehrere Große in den Weg: Zu den Bewerbern zählen Google, Amazon und Afilias. Auch Kennungen wie ".web", ".music", ".blog" oder ".hotel" sind heiß umworben.

Aus Deutschland kommen 69 Bewerbungen, die von BMW, Lidl, Obi über High-Tech-Unternehmen wie .sap, .emerck und .linde bis zum Spiegel (.spiegel) eingereicht wurden. Die Deutsche Post möchte vier eigene gTLDs betreiben, neben .deutschepost und .dhl will man auch .epost und .trust aufbauen.

Die Zahl jener TLD, die schließlich in die DNS-Rootzone eingetragen werden, wird nicht nur wegen einiger Doubletten noch kleiner. Für längere Verhandlungen sorgen dürften auch Anträge auf ähnliche Domains wie ".chanel" und ".channels" oder ".sport" und ".sports". Schneller könnte es bei geografischen Adressen gehen – darunter die verschiedenen deutschen Städte und Regionen von ".berlin", ".koeln" und ".hamburg" bis ".bayern" oder .ruhr – wenn sie es schaffen, in die erste Runde der zu bearbeitenden Bewerbungen zu kommen.

Wegen des großen Andrangs wird die ICANN die über 1900 Bewerbungen in Runden von je 500 Namen abarbeiten. ICANN-Vizepräsident Kurt Pritz sagte jedoch, dass die Mehrzahl der Bewerber gerne sofort loslegen wolle. Nach einer Evaluierung der technischen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen – und nach Begutachtung möglicher Einsprüche – könnten die ersten neuen Namen im ersten Quartal 2013 in die Rootzone eingetragen werden. Insgesamt dürfte sich der Prozess jedoch über Jahre hinziehen.

Auch auf den zweiten Blick wird die heute veröffentlichte Bewerberliste der ICANN noch für viel Diskussionen sorgen: Warum möchte etwa Google sich für ."baby" bewerben? Und weshalb hat sich das niederländische Innenministerium für ".overheidnl" beworben und welcher von drei Bewerbern bekommt den Zuschlag für ".sucks" – wenn überhaupt einer. (Monika Ermert) / (rek)

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