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Neue gute Kandidaten für Gravitationswellen entdeckt

Einer der neuen Kandidaten könnte ein erstmals detektierter Zusammenstoß eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch sein.

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(Bild: Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik)

Es geisterte schon seit einigen Tagen durch die Netze, nun gibt es die offizielle Bestätigung der LIGO-Cooperation für gleich zwei neuen Kandidaten, die am 25. und 26. April " ins Netz" der Detektoren gingen. Das wären seit Beginn des Oberservation Run 3 am 1. April schon die Kandidatennummern vier und fünf, denn am 8., 12. und 21. April hatte man Gravitationswellen von mutmaßlichen Kollisionen von jeweils zwei Schwarzen Löchern aufnehmen können.

Die Position des Events S190425z war diesmal nur relativ unscharf zu bestimmen, da nur zwei Detektoren die Signale registriert hatten

(Bild: Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik)

Das Signal des ersten neuen Kandidaten (S190425z), das aus einer Verschmelzung zweier Neutronensterne vor 370 bis 640 Millionen Jahren herrühren könnte, wurde aber nur von zwei Detektoren wahrgenommen (Ligo in Livingston und VIRGO in Pisa, VIRGO mit nur schwacher statistischer Signifikanz), während das zweite (S190426c) bei allen drei aktiven Detektoren registriert wurde, also auch von LIGO in Hanford, insgesamt allerdings mit statistisch weniger Signifikanz.

Aber genau das wäre besonders interessant, weil es sich dabei erstmals um eine Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch handeln könnte. Das hätte noch viel weiter draußen im Weltraum stattgefunden – zwischen 900 Millionen und 1,6 Milliarden Lichtjahre entfernt von uns. Das spektakuläre Ereignis im August 2017 (GW170817) war mit etwa 130 Millionen Lichtjahren Entfernung vergleichsweise nah und kräftig und konnte damals auch von elektromagnetischen Teleskopen (optisch, Radio, Gamma) verfolgt werden. Diesmal war die Positionsbestimmung zu ungenau und die Stärke zu gering, so dass noch kein zu den Gravitationswellen-Kandidaten passendes elektromagnetisches Signal identifiziert werden konnte.

Am heutigen Donnerstag um 16:00 Uhr sollen auf einer Pressekonferenz mehr Details zu den Entdeckungen präsentiert werden. (as)