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Technology Review

Neuer Druckluftspeicher für Solar- und Windstrom

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Ein Problem der Energiewende bleibt, dass Sonnenschein und Wind keine zuverlässigen Stromquellen sind. An manchen Tagen machen sie sich rar, an anderen sind sie so reichlich vorhanden, dass das Stromnetz den Wind- und Solarstrom nicht vollständig abnehmen kann. Ein kostengünstiger Zwischenspeicher müsste her. Die Forscherin Danielle Fong glaubt, ihn gefunden zu haben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Sie will den überschüssigen Strom in Pressluft verwandeln und diese anders als in bisherigen Konzepten in Tanks speichern. "Diese Lösung würde die Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energien radikal verändern“, sagt die erst 24-jährige Physikerin.

Pressluft als Zwischenspeicher zu verwenden, wird eigentlich schon seit einigen Jahren in Pilotprojekten erprobt. Mit Hilfe von Solar- oder Windstrom wird Luft enorm verdichtet, um später bei Bedarf Turbinen zur Stromerzeugung anzutreiben. Das Problem: Bei der Kompression erhitzt sich die Luft auf bis zu 1000 Grad Celsius. Ein Teil der Energie geht so als Wärmeenergie verloren. Und herkömmliche Stahltanks sind für solche Temperaturen ungeeignet, weshalb man bislang unterirdische Hohlräume als Speicher im Blick hat.

Beim Lesen eines alten Physiklehrbuchs stieß Fong jedoch auf einen Ansatz, der das Problem lösen könnte. Sprüht man Wasser in die Luft, kühlt sie sich ab. Warum also nicht Wasser in die Luft sprühen, während sie verdichtet wird? Könnte man das erhitzte Wasser anschließend wieder aus dem Presslufttank herausziehen, ließe sich die Wärmeenergie sogar noch weiternutzen. Fong fand schließlich ein Verfahren, mit dem das gelingt und das einen Wirkungsgrad von 70 Prozent hat. Um die Technik auf den Markt zu bringen, gründete Fong dann in Berkeley die Firma LightSail Energy. Unter den Investoren ist unter anderem Vinod Khosla von Khosla Ventures, einer der bekanntesten Wagniskapitalgeber im Silicon Valley.

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(bsc)