Menü

Neuer Facebook-Hack? Angeblich Daten von 120 Millionen Nutzern erbeutet

Hacker haben private Facebook-Nachrichten von über 81.000 Konten zum Verkauf angeboten und prahlen mit einem noch deutlich größeren Fundus.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 197 Beiträge
Neuer Facebook-Hack: Angreifer wollen Daten von 120 Millionen Nutzern erbeutet haben

(Bild: pixabay.com)

Facebook kommt aus den schlechten Nachrichten aufgrund massiver Hackerangriffe nicht heraus. Nachweislich seien von einer erneuten Cyberattacke persönliche Nachrichten von mehr als 81.000 Facebook-Nutzern betroffen, berichtet die BBC. Die Angreifer haben demnach gegenüber dem Russland-Dienst des Senders angegeben, Details von über 120 Millionen Konten aus dem sozialen Netzwerk in ihre Finger bekommen zu haben.

Laut der Meldung haben die Hacker Teile der abgegriffenen Daten bereits online zugänglich gemacht und zum Verkauf angeboten. Eine der einschlägigen Websites soll sich auf einem Server befunden haben, der offenbar in St. Petersburg gehostet und auch mit der Verbreitung von Malware in Verbindung gebracht wurde. Für den Zugang zu den Informationen eines Nutzerkontos sei ein Preis von nur zehn Cent verlangt worden. Die einschlägigen Verkaufsangebote fänden sich mittlerweile aber nicht mehr im Netz. Erstmals habe ein Nutzer unter dem Pseudonym "FBSaler" im September in einem englischsprachigen Internetforum entsprechende Offerten gemacht.

Der britische Sender hat die Behauptungen nach eigener Darstellung durch die IT-Sicherheitsfirma Digital Shadows überprüfen lassen. Diese habe bestätigt, dass über 81.000 der zunächst online gestellten Profile private Messenger-Botschaften enthielten. Darüber hinaus seien Daten von mehr als 176.000 weiteren Konten verfügbar gewesen. Die darunter gemischten Informationen einschließlich E-Mail-Adressen und Telefonnummern hätten aber nicht unbedingt aus einem Hack stammen müssen, da sie teils auch offen auf Facebook-Profilen stünden.

Auf eine Anfrage von BBC-Mitarbeitern an die E-Mail-Adressen, unter denen die ergatterten Daten zum Verkauf standen, soll ein "John Smith" betont haben, dass die angebotenen Informationen nicht aus dem Fundus des Skandals mit Cambridge Analytica oder dem jüngst publik gewordenen Facebook-Hack stammten, bei dem die Angreifer sensible Angaben und Vorlieben von insgesamt über 30 Millionen Nutzern ergaunerten. Man besitze Daten von 120 Millionen Usern, von denen 2,7 Millionen Russen seien. Digital Shadows zweifelt dies an, da Facebook ein derart großes Leck hätte bemerken müssen.

BBC Russland hat dem Bericht zufolge fünf russische Betroffene kontaktiert und sich bestätigen lassen, dass die öffentlich gewordenen Beiträge von ihnen stammten. Unter dem gesichteten Material seien Urlaubsfotos, Chats über ein jüngst stattgefundenes Depeche-Mode-Konzert und intime Nachrichten gewesen.

Facebook beteuerte gegenüber dem Sender, dass man keine Hinweise auf ein neues Sicherheitsleck bei dem Netzwerk habe. Die Daten seien offenbar über schädliche Browser-Erweiterungen ausgelesen worden. Details dazu hat der Betreiber bislang nicht bekannt gegeben. Produktmanager Guy Rosen erklärte gegenüber der BBC, man habe verschiedene Browser-Hersteller kontaktiert, um sicherzustellen, dass die einschlägigen Erweiterungen nicht mehr heruntergeladen werden könnten. Der Konzern arbeite zudem mit Strafverfolgern und örtlichen Behörden zusammen. Bei diesen Kooperationen sei es auch darum gegangen, die Website mit den abgefischten Facebook-Daten aus dem Netz zu nehmen.

Betroffen waren bisher offenbar vor allem Nutzer in Russland und in der Ukraine. Vereinzelt sollen auch Details von Konten aus Großbritannien, den USA, Brasilien und anderen Ländern enthalten gewesen sein. Hinweise darauf, dass Profile von deutschen Usern ausgespäht wurden, gibt es diesmal noch nicht. (tiw)

Anzeige