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Neuer Intel-Chipsatz mit AGP-4X und PC133

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Alle Vorberichte sahen ihn schon als langerwarteten Nachfolger des legendären BX-Chipsatzes, heute stellt Intel ihn offiziell vor: den Solano-Chipsatz, Intel i815. Er unterstützt alle Intel-Prozessoren mit 66, 100 und 133 MHz Frontside-Bustakt und nutzt wie alle 8xx-Chipsätze Intels neue Hub-Struktur.

Die Northbridge i815 heisst nun GMCH (Graphics and AGP Memory Controller Hub) und stammt technisch gesehen vom i810E ab. Dessen integrierte 3D-Grafik lieferte eher magere Leistung, sodass Intel beim i815 zusätzlich eine AGP-4X-Schnittstelle zum Nachrüsten aktueller Grafikkarten eingebaut hat. Auch das Speicher-Interface ist renoviert und unterstützt neben PC100- nun auch PC133-Module. Die Southbridge ist nun nicht mehr als PCI-Device angebunden, sondern über einen speziellen, mit 266 MByte/s arbeitenden Bus. Sie heisst nun ICH (I/O Controller Hub) und integriert den PCI-Bus, die Ultra-ATA-Kanäle und die USB-Schnittstellen. Weitere Funktionen wie Hardware-Monitoring, ISA-Bus oder alle herkömmlichen Schnittstellen (seriell, parallel, Maus, Tastatur, Floppy) müssen in separaten Chips realisiert werden.

Zwei ICHs bietet Intel für den Solano an. Neu ist der ICH2 (82801BA) mit zwei Ultra-ATA/100-Kanälen, vier USB-Schnittstellen, 10/100-MBit-Ethernet und AC97-Sound mit sechs Audio-Kanälen. Auch der schon bekannte ICH (82801AA) kann mit dem Solano kombiniert werden, er bietet dann Ultra-ATA/66, zwei USB-Schnittstellen und normalen AC97-Sound. Mit diesem ICH kostet der i815 in 1000er-Stückzahlen 41 US-Dollar. Die Kombination aus i815 und ICH2 verkauft Intel für 46 US-Dollar und nennt sie i815E. Noch beim i810 stand ein angehängtes "E" (unter anderem) für die Unterstützung von 133 MHz Frontside-Bustakt, das ist beim Solano nun nicht der Fall: Der i815 und i815E nutzen die gleiche Northbridge (GMCH 82815) und unterscheiden sich nur im ICH.

Im c't-Labor standen uns bisher nur Vorserien-Boards zur Verfügung. Demnach kommt der Solano-Chipsatz mit AGP-Grafikkarte und PC100-Modulen nicht an Intels BX-Chipsatz heran. Mit PC133-Modulen arbeiteten die Boards etwas schneller und erreichten etwa das Niveau von Boards mit dem Konkurrenten VIA 694X, bleiben jedoch weiter hinter den BX-Boards zurück. Mit der integrierten Grafik reihten sich die Testboards noch hinter denen mit i810-Chipsatz ein, was am fehlenden Framebuffer der Solano-Boards lag.

Genaue Messwerte und Einzelheiten bringt c't in Ausgabe 13/2000 (seit dem 19. Juni im Handel). (jow)